Xanten: Birtener nehmen RP-Debatte mit Humor

Xanten: Birtener nehmen RP-Debatte mit Humor

Nach der öffentlichen Kritik am Motto gab Sitzungspräsident Ralf "Long" Rynders zu Beginn des Karnevalsfrühschoppens eine Erklärung ab. Die Narren machten sich nichts draus - und feierten ausgelassen.

Als eines der buntesten und witzigsten Unterhaltsprogramme der vergangenen Jahre wird der Karnevalsfrühschoppen des SV Viktoria Birten der Dorfbevölkerung in Erinnerung bleiben. Eingangs sah sich Sitzungspräsident Ralf "Long" Rynders ob der Debatte um das Motto "Ob Bahnübergang oder harte Drogen - Viktorias Karneval glättet alle Wogen" zu einer Stellungnahme bewegt. "Wir wollten die Themen, die auf der Straße diskutiert werden, aufnehmen, ganz normale Themen. Nichts lag uns ferner, als Drogen zu verharmlosen oder uns über den Tod lustig zu machen", sagte der ehemalige Vorsitzende der Viktoria. Für seine Erklärung erhielt er lautstarken Beifall.

Nico Stölzer als der "Dittsche vom Niederrhein" nahm die Debatte um das jecke Motto als Aufhänger für seine Büttenrede. "Lasst die Kirche im Dorfelein und setzt euer Hirn für was Wichtigeres ein", appellierte der bekannte Büttenredner, nicht alles gleich auf die Goldwaage zu legen und die "Moralkeule" zu schwingen. Im Weiteren sprach Stölzer über die lokalpolitischen Themen, die den Birtenern unter den Nägeln brannten. Nachdem die lokale Prominenz ihr Fett abbekommen hatte, wandte sich Stölzer, der sich in Hochform präsentierte, dem weltpolitischen Geschehen zu. Zum krönenden Abschluss durfte sich der Saal über seine weithin bekannte und von den Fans gefeierte Andrea-Berg-Imitation freuen.

Eine Gesangseinlage hatte die Birtener auch schon zuvor bei Hilla Heien von ihren Stühlen gerissen. Zu Wendlers Hit "180 Grad" stimmte die Unterhaltungskünstlerin, die jährlich mit ihrer "Fiets" aus Kehrum anreist, eine Polonaise durch den kompletten Saal an. Die Kalkarer Vollblutkarnevalistin in Pantoffeln unterhielt ihre Zuhörer mit witzigen Anekdoten und schaffte es, die Birtener gekonnt in ihre Büttenrede einzubeziehen.

Wie in jedem Jahr waren auch die überregional bekannten Labbes und Drickes mit ihrem Zwiegespräch auf der Bühne dabei. Das Aachener Gespann baute in seinen Auftritt musikalische Einlagen ein. So brachte es alle zum Lachen, als "Labbes" zur krönenden Verärgerung seines Partners einen umgebauten Spazierstock als Musikinstrument nutze.

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Die Lachmuskulatur der Birtener Narren strapazierte auch Tim Becker aufs Äußerste. Der bauchredende Neuling kam in Birten mit seinen originellen Puppen - ein Mix aus den einzigartigen Charakteren Donut, Karl K. Kaninchen und dem Pony Dandy Randy -, die Becker selbstironisch zum Leben erweckte, sehr gut an.

Für Unterhaltung zwischen den Rednern sorgte neben den ansehnlichen "Hexen" der Showtanztruppe der Rhinförnjes aus Grieth auch das Veener Krähenballett, das nach seinem Gardeauftritt später im Programm als Cowgirls zum Wild-West-Motto "im Krähental" noch mal auf die Bühne kam.

Die Herren des Appeldorner Männerballetts hatten sich im Stewardessen-Outfit in Schale geschmissen. Stark präsentierten sich die farbenfroh kostümierten Jumpies. Der Birtener Nachwuchs nahm den Saal erst auf eine tänzerische Reise mit um die Welt, um danach gemeinsam die Viktoria-Hymne anzustimmen. Die Jüngsten im Programm waren "Benjamins Zappelfüße", die nach der Einstimmung des Birtener Tambourcorps, den ersten Auftritt des Tages übernahmen. Für einen runden Abschluss der Veranstaltung sorgten die "Volleys" aus Winnekendonk, die eine breite Auswahl "Kölscher Leeder" anstimmte.

(sfk)