Bimmelbahn Nibelungenexpress fährt bald mit E-Motor durch Xanten

Nibelungenexpress Xanten bekommt E-Motor : Emissionsfrei zu den Sehenswürdigkeiten

Ab dem Frühjahr 2020 fährt ein Nibelungenexpress elektrisch betrieben durch Xanten. Dafür wird er in den kommenden Monaten umgerüstet.

Als Ralf Graumann erstmals einen Antrag auf einen öffentlichen Zuschuss für die Umrüstung seines Nibelungenexpresses auf Elektroantrieb gestellt hatte, war das Thema „Klimawandel“ eher etwas für Diskussionen innerhalb der Politik, nicht aber eine gesellschaftliche Bewegung. An eine Bewegung „Fridays for future“ dachte damals noch keiner. Das war vor vier Jahren. Beim Bundesministerium für Verkehr fand er damals mit seinem Plan kein Gehör. Stattdessen fand er im Briefkasten zwei Absagen vor. Doch nun kann er seinen Plan doch noch in die Tat umsetzen, denn als Leader-Projekt ist eine gemeinsame Förderung aus EU- und Landesmitteln möglich. Der Bewilligungsbescheid für die öffentliche Förderung liegt nun vor.

Die ersten Anträge scheiterten mal daran, dass laut Begründung aus der Bundeshauptstadt die Stadt Xanten kein Gebiet mit einem hohen Feinstaubanteil sei. Mal stellte das Ministerium einen Formfehler fest. Auch bei Leader musste Graumann zunächst einmal warten, weil sich zwischenzeitlich die Förderbedingungen geändert hatten. Doch dann folgte eine unbürokratische Entscheidung. Er kam erneut mit Leader-Verantwortlichen zusammen, der daraus resultierende Antrag ging weiter an die Bezirksregierung in Düsseldorf, die nun 65 Prozent der Investitionen in Höhe von knapp 50.000 Euro übernimmt.

Ende Juni erst hatte Graumann seinen Antrag eingereicht. „Plötzlich ging alles sehr schnell und das trotz der Hauptferienzeit“, freut er sich. Allerdings wird es nun noch gut und gerne ein halbes Jahr dauern, bis, wenn alles klappt, ein Nibelungenexpress emissionsfrei durch die Stadt zockelt, im Schlepptau zwei Anhänger mit Sightseeing-Touristen. Bislang treibt ein 2,1-Liter Boxermotor das dunkelgrüne Gefährt an, das acht Mal am Tag die acht Kilometer lange Runde durch die Innenstadt bis hin zum Archäologischen Park und dem Hafen Lüttingen fährt. Immerhin: Die Technik hat einen geregelten Katalysator. „Damit dürfte ich in jedes Wohngebiet“, erläutert der Express-Betreiber, der nun in der zwölften Saison durch Xanten kurvt und inzwischen noch einen zweiten Zug betreibt.

Am 1. November will er mit der Umrüstung beginnen, zum 1. April soll alles funktionieren. Der neue E-Motor ist kein Produkt vom Fließband, sondern wird individuell an die Zugmaschine, einen VW Bus T3, angepasst. „Alleine die Lieferzeit liegt bei rund drei Monaten“, scharrt Graumann mit den Hufen. Er würde am liebsten heute statt morgen loslegen. Denn die E-Mobilität liegt ihm sehr am Herzen. „Ich bin ein glühender Verfechter davon. Die Idee dazu habe ich schon lange.“

In diesem Jahr wird er rund 18.000 bis 20.000 Menschen durch die Römerstadt kutschieren. „Es hat schwach begonnen. Jetzt liege ich in etwa auf dem Level von 2018.“ Die warmen Tage begannen zwar später als im vergangenen Jahr, als man schon zum Frühjahrsstart die Sonne genießen konnte. Aber dann wurde es damals doch zu heiß mit über 40 Grad im Schatten, so dass zwischenzeitlich kaum Touristen die Bimmelbahn bestiegen.

Im Leader-Regionalmanagement sind die vier Kommunen Alpen, Rheinberg, Sonsbeck und Xanten vereint. Die Region wurde unter das Motto „Niederrhein: natürlich lebendig“ gestellt. Bis 2022 stehen der Region rund 2,3 Mio Euro für die Förderung regionaler Projekte zur Verfügung.

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