BBX-Politiker Werner Paessens aus Xanten wird 80 Jahre alt

Werner Paessens aus Xanten wird 80 : Ein Politiker mit klarer Kante

BBX-Mitbegründer Werner Paessens wird 80 Jahre alt. Der Jubilar, seit Jahrzehnten Ratsmitglied, ist kein bisschen müde. Er kämpft vor allem für den Fortbestand des Angebots in Ortschaften und gegen eine Verschuldung der Stadt.

Neulich in der Sitzungspause eines Ausschusses kam das lockere Gespräch zwangsläufig auch auf die Kommunalwahl im kommenden Sommer. Will es Werner Paessens noch einmal wissen und wieder als Ratskandidat antreten? Ja, er will. Daran ließ er in seiner Antwort keinen Zweifel.

Politik in Xanten ohne den Marienbaumer ist nur schlecht vorstellbar. Am morgigen Mittwoch, 23. Oktober, feiert der Träger des Bundesverdienstkreuzes seinen 80. Geburtstag. Viele andere haben sich in diesem Alter längst zurückgezogen, er aber will weiter seinen Beitrag zur Entwicklung der Stadt leisten. Auch wenn die meisten Anträge der Bürger-Basis-Xanten (BBX), die er vor zehn Jahren gemeinsam mit seinem neuen Fraktionskollegen Matthias Voll gegründet hatte, im Rat keine Chance auf eine Mehrheit haben. So wie zuletzt für den Bau einer Einfachturnhalle im Schulzentrum.

Der Ur-Marienbaumer – verheiratet mit Gattin Marlies und Vater von Anja, Udo und Sven – ist seiner Ortschaft treu geblieben und setzt sich, ohne die anderen Dörfer aus den Augen zu verlieren, für sie ein. Als heimatverbundener Mensch gehört er verschiedenen Vereinen an, und als vor vielen Jahren die Schließung der Grundschule drohte, gründete Werner Paessens einen Förderverein, um das Angebot im Ort zu halten. Gemeinsam mit anderen suchte er letztendlich erfolgreich nach Lösungen, um den Schulbetrieb aufrecht zu erhalten. So wurde ein Fahrdienst für Grundschüler mit einem eigenen Bus organisiert.

Der Anbau eines weiteren Klassenraumes war für ihn mit persönlichen Risiken verbunden, hatte er doch für das benötigte Darlehen mit 40.000 Euro gebürgt. Alles in der Hoffnung, dass die Landregierung einen Zuschuss in dieser Höhe gewähren würde. Was dann auch erfolgte.

Vor über 30 Jahren ging Paessens in die Kommunalpolitik zur FBI, um sich hier besonders in der Schulpolitik ehrenamtlich einzusetzen, vor allem für den Erhalt der katholischen Schulen in Vynen, Marienbaum und Birten. Das ließ auch im November 2009 eine politische Bombe zünden. SPD-Mann Matthias Voll und FBI-Matador Werner Paessens kehrten ihren politischen Lagern den Rücken und gründeten die BBX. Sie begründeten ihren Schritt damit, dass SPD, FDP, Grüne und FBI mit dem Vertreter der Linken eine Listenverbindung eingegangen waren. Eine Partei, so Paessens einmal, die sich unter anderem für die Abschaffung der konfessionsgebundenen Schulen einsetze, sei untragbar.

Ein Mann, bekannt für klare politische Stellungnahmen, sagt sein BBX-Mitstreiter Voll über den Jubilar. Daran hat sich über die Jahrzehnte hinweg nichts geändert; auch heute noch wettert er in den politischen Gremien vor allem und, wie er betont, besonders im Interesse der nachfolgenden Generation, gegen eine weitere Neuverschuldung der Stadt und tritt für einen Sparkurs ein. Er freue sich, dass sein Vater ihm eines Tages keine Schulden hinterlassen wolle, sagte in einer Sitzung dann Sohn Sven schmunzelnd. Der sitzt auch im Rat, allerdings für die CDU.

Interfraktionelle, politische Gespräche zwischen ihnen soll es aber zu Hause nicht geben, ist immer wieder zu hören.

Mehr von RP ONLINE