Xanten: Baumreihen sollen Landwirte stoppen

Xanten: Baumreihen sollen Landwirte stoppen

150 Pflanzen sollen einen natürlichen Schutz zwischen den Äckern und dem Alleenradweg bilden.

Der Dienstleistungsbetrieb Xanten (DBX) wird im Februar entlang des Alleenradwegs rund 150 Bäume pflanzen. Das sind 50 Prozent mehr, als ursprünglich geplant. "Das liegt daran, dass im Laufe des vergangenen Jahres einige Ersatzpflanzungen vonnöten wurden", erklärt DBX-Vorstand Harald Rodiek.

Volker Steck vom Naturschutzbund Deutschland hatte jetzt erneut bemängelt, dass Landwirte den Abstand vom Acker zum Wegesrand nicht einhalten würden. "Laut Liegenschaftsamt stehen neben dem Weg rechts und links theoretisch jeweils drei Meter zur Verfügung. In der Praxis jedoch wird bislang ein erheblicher Teil dieser Fläche von Landwirten untergepflügt, manchmal bis an den Unterbau des Weges", kritisierte er. Statt drei Meter sei der Streifen nur 50 Zentimeter breit. "Schotter liegt in der Ackerfurche, lose Grenzsteine neben dem Weg." Dabei hatte der Rat im Frühjahr 2017 auf Antrag von Steck die Pflanzung von Bäumen entlang des Alleenradwegs zwischen Marienbaum und Xanten beschlossen. Die drei Meter Abstand vom Ackerrain bis an den Weg seien einzuhalten.

Doch Landwirte würden die Aufforderung des DBX vom vergangenen April missachten, sagt Harald Rodiek. Damit soll nun mit der Baumpflanzung Schluss sein. Es werde "den Landwirten nicht mehr möglich sein, bis an die Kante des Alleenradwegs zu wirtschaften. Die Bäume bilden eine Art natürlichen Schutz beziehungsweise Puffer", erläutert Rodiek.

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Die 150 Bäume - Eiche, Amber und Blutahorn - werden in einem Abstand von etwa 12,50 Meter gepflanzt, zum Wegesrand hin sind es etwa 1,50 bis 1,80 Meter. Landwirte werden ihre Äcker nicht bis an die Bäume heran pflügen können, ansonsten würden ihre Maschinen durch Baumwurzeln beschädigt. Rodiek: "Zudem würde der DBX die Beschädigung von Bäumen konsequent in Form von Schadenersatzansprüchen ahnden."

Eigentlich sollten die Anpflanzungen schon 2017 vorgenommen werden. Aber eine Änderung in der Vergabe von Aufträgen und die Abstimmung mit den Landwirten hatten zur Verzögerung geführt. Außerdem sind die Wintermonate die günstigste Zeit zum Pflanzen.

"Aus Sicht des Naturschutzes - hier sind lokal sowohl der Nabu als auch die Jägerschaft betroffen - ist der Verlust von Brach- und Grünflächen ein Hauptproblem für den Artenschutz", hatte Steck damals in seinem Antrag argumentiert. Naturbelassene Saumbiotope wie am Alleenradweg seien häufig die letzten Refugien für viele Tier- und Pflanzenarten. Sie seien Lebensraum für heimische Wildkräuter, Insekten, Kleinsäuger, Spinnen, seien Nahrungsbiotop und Brutplatz, böten Überwinterungsmöglichkeiten und Deckung. "Es wird häufig übersehen, dass ein Teil unserer Vögel auf dem Boden brütet und zum Füttern der Küken dringend ausreichende Mengen an Insekten und Larven benötigt. Man kann sich vorstellen, dass intensiv bewirtschaftete landwirtschaftliche Flächen mit Insektizideinsatz für diese Bodenbrüter kein optimales Biotop darstellen", so Steck. Zudem sei es eine Pufferzone zum Acker, der regelmäßig mit Herbiziden und Insektiziden behandelt wird.

(kump)
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