Xanten: Ausstellung

Xanten: Ausstellung

Nicht mehr allein: Der gestohlene Heilige aus Rheinberg ist erstmals im Xantener Stiftsmuseum zu sehen.

Xanten/Rheinberg (hk) Im Rahmen einer Sonderausstellung im Xantener Stiftsmuseum ist eine kostbare Figurengruppe zu sehen. Die aus Lüttich oder der Umgebung der Stadt stammenden zwölf Apostel, die um Gottvater und Jesus gruppiert sind, hatten die Zisterzienser im Kloster Kamp im Jahre 1440 in Auftrag gegeben. Im Spätmittelalter zierten die "Goldenen Heiligen" in einem Schrein mit bebilderten Flügeln den Hochaltar der Klosterkirche. Im Zuge der Säkularisierung gelangten sie nach Rheinberg.

Dort, in der Pfarrei St. Peter, hatten die Mönche bis dahin das Recht, die Pfarrerstelle zu besetzen. Für die große Zisterzienser-Ausstellung in Bonn im vergangenen Jahr war die Gruppe, die wegen der Folgen eines Wasserschadens in der Rheinberger Kirche dort derzeit nicht aufgestellt werden kann, restauriert worden. Eine der Figuren - möglicherweise die Darstellung des Apostels Philippus (links) - hatte vor nicht allzu langer Zeit für großes Aufsehen gesorgt. Vor mehr als 40 Jahren wurde sie gestohlen, war verschollen und wurde später durch eine Nachbildung ersetzt - bis vor gut eineinhalb Jahren ein Mönch des Benediktiner-Klosters Maria Laach in der Eifel zwei Taschen entdeckte, die Unbekannte über die Klostermauer geworfen hatten. Darin befand sich - neben anderen sakralen Gegenständen - eben auch der fehlende Apostel aus Rheinberg. Außerdem birgt die bis zum Jahresende in Xanten zu sehende Gruppe noch ein weiteres, gerade erst entschlüsseltes Geheimnis.

(RP)