Xanten: Aus Xanten "fairschönern" wird "fairlaufen"

Xanten: Aus Xanten "fairschönern" wird "fairlaufen"

Alle Stromkästen im Stadtgebiet sind bemalt. Wer möchte, kann nun eine etwa fünf Kilometer lange Strecke wandern.

Der Vorschlag von Klaus Wolfertz ist Gold wert: In jede Rats- und Ausschusssitzung das Memory mit 36 Karten von bemalten Stromkästen mitnehmen, und nur, wer ein Pärchen gefunden hat, darf sich zu Wort melden. Das dürfte jede Sitzung erheblich verkürzen. Zur Info: Die jüngste am Dienstag dauerte mehr als fünf Stunden.

Gestern Nachmittag stellten Wolfertz und Sabine Wassermann für die Eine-Welt-Gruppe gemeinsam mit dem Stromversorger Innogy, dem Technischen Dezernenten Niklas Franke und Bürgermeister Thomas Görtz im Pfadfinder-Türmchen am Kurpark Westwall den Abschluss der Aktion "Xanten Fairschönern" vor, an der sich viele junge Menschen aus Xanten beteiligt hatten.

  • Xanten : Möhnen regieren in der Römerstadt Xanten

Seit Juni 2017 hatten Kinder aus den fünf Kindertagesstätten in der Innenstadt, den fünf Schulen, die Pfadfinder der DPSG und PSG und Mitglieder der Eine-Welt-Gruppe an 42 Stellen in der Innenstadt schmuddelige Stromkästen bemalt und Xanten damit zu einer neuen Visitenkarte als "bunte, weltoffene Stadt" verholfen. Sponsor der Aktion war der Netzbetreiber Innogy. Bei Klaus Wolfertz waren alle Fäden zusammengelaufen. Er war zu Beginn auch mit dem Fahrrad die Liste abgefahren, auf der Innogy "ihre" Stromkästen in Xanten fein säuberlich aufgelistet hat - und Wolfertz entdeckte bei einer Radtour noch viele weitere Kästen anderer Betreiber. Also musste die ursprüngliche Idee, alle Stromkästen in Xanten zu "fairschönern", auf den Innenstadt-Bereich eingedampft werden.

Und die Künstler haben aus den Schmuddelkästen und dank Tipps der Künstlerin Maria Cavalcanti-Heinich wahre Hingucker gemacht. Pfadfinder hatten vorher knapp die Hälfte der teils erheblich verdreckten und vergammelten Kästen abgeschliffen, gesäubert und grundiert. Sabine Wassermann hat einen Flyer mit einem Stadtplan erstellt, auf dem alle Kästen und ihre "Maler" aufgelistet und durchnummeriert sind. Heißt: Wer am Weltladen (Kurfürstenstraße) einen Rundgang startet, kommt auf 5,1 Kilometern Länge an den bemalten Stromkästen vorbei. "Die Aktion hebt Xanten weiter von anderen Städten ab", lobte Görtz das Engagement der Künstler, aber auch die Planung von Klaus Wolfertz. Der Faltplan (Auflage 1500 Stück) liegt u.a. im Rathaus, bei der Tix und im Weltladen aus.

(jas)