Xanten: Aus fürs Jägerhaus

Xanten: Aus fürs Jägerhaus

Die Hamber Traditionsgaststätte ist geschlossen. Die Betreiber mussten Insolvenz anmelden, die Eigentümer schließen einen neuen Anlauf für das Lokal aus. Nun soll das Hubertushaus für private Feten geöffnet werden.

hamb Es war die Adresse für Karnevalssitzungen, Chorproben, Theater, Vereinsversammlungen, private Feiern. War – denn das Jägerhaus in Hamb ist geschlossen. Das Betreiberehepaar Barbara und Frank Timmer hat Insolvenz angemeldet. Versuche, sie gestern zu erreichen, blieben erfolglos. Viele Hamber waren von der Schließung völlig überrascht. So auch Ortsvorsteher Alois Tekotte. "Das Essen war gut. Für eine Dorfkneipe lief es gut", meinte er gestern. Bei ihm riefen einige ratlose Leute an, die bereits für Geburtstage und Hochzeiten im Jägerhaus reserviert hatten. "Sie werden sich wohl etwas anderes suchen müssen", meinte Tekotte im Gespräch mit unserer Redaktion.

Alt und baufällig

Mit der Aufgabe durch das Ehepaar Timmer sind die Tage der letzten Gaststätte im Dorf gezählt. Das Gebäude gehört der Familie Terhoeven ("Hambi"). Es sei alt und baufällig, sagte gestern Stefan Terhoeven, eine Sanierung lohne sich vermutlich nicht. Ob das Haus abgerissen wird, stehe "noch nicht hundertprozentig" fest, aber ein Lokal werde nicht mehr eröffnet.

Für die Eigentümer kam die Schließung nicht so überraschend wie für andere. "Am Wochenende gab es Partys und Geburtstagsfeten, aber es fehlte die Laufkundschaft in der Woche. Im Sommer kamen höchstens ein paar Radfahrer. Da kann man als Betreiber noch so viele Ideen haben . . .", erläuterte Terhoeven. Auch die Vereinstreffen konnte das Geschäft nicht beleben. Verschiedene Betreiber hätten sich in den letzten 15 Jahren die Klinke in die Hand gegeben. Das Ehepaar Timmer und vor ihm Ernst Troost konnten für eine gewisse Beständigkeit sorgen – bis jetzt.

Die Stimmung im Dorf sei gedrückt, berichtete Tekotte. Es stellt sich die Frage nach einem Ausweichquartier für Versammlungen und Feiern.

Neue Hausordnung

Nach ersten Gespräch mit dem Bürgermeister konnte Tekotte gestern schon zusichern, dass künftig auch das Hubertushaus für private Feiern – gegen eine Miete – geöffnet werde. "Das ist für uns totales Neuland", sagte Tekotte. Auf jeden Fall müsse eine neue Hausordnung erstellt werden. Der Kirchenchor werde bereits ab Donnerstag im katholischen Pfarrheim feiern. Ob auch es auch für Feiern zur Verfügung steht, müsse der Kirchenvorstand entscheiden.

Auch die St.-Antonius-Schützen sind heimatlos geworden. Sie hatten einen Schießstand im Jägerhaus – der zuletzt allerdings wegen kleiner Mängel nicht genutzt werden konnte. Was nun wird – man weiß es nicht. Der Bau eines neuen Schießstandes stehe jedenfalls nicht zur Debatte. Entsprechende Behauptungen aus den Reihen der Opposition in der letzten Ratssitzung waren laut Tekotte "reiner Populismus".

Wo künftig der Hamber Karneval gefeiert wird, muss ebenfalls überlegt werden. "Vielleicht", so ein niedergeschlagener Alois Tekotte, "werden wir einfach nicht mehr lustig."

(RP)