Xanten: Auferstanden aus der Asche

Xanten: Auferstanden aus der Asche

Nach einem Traumbild soll ein gelähmter Hirte im Jahr 1430 eine Eiche mit einer Marienstatue gefunden haben, die er verehrte und gesund wurde. Immer wieder gab es auch und gerade am Niederrhein derartige Ereignisse: in Kevelaer, Aengenesch, Ginderich zum Beispiel. Doch jene heilige Legende "An gen Trappenboom" machte einst Marienbaum zu den zu den ältesten Marienwallfahrtsorten des gesamten Niederrheins. In der Zeit von 1438 bis 1441 ließ Graf Adolf I. von Kleve hier eine Kapelle zu Ehren Marias und des Evangelisten Johannes bauen.

Heute bildet der gotische Bau den vorderen Teil der St.-Mariä-Himmelfahrt-Kirche, wo Maria von Burgund 1460 ein Doppelkloster nach der Ordensregel der Hl. Birgitta errichtete. Die bedeutende Mystikern des Mittelalters, die bereits als Kind in ihrem Heimatland Schweden und in ihrem ganzen Leben Hunderte von frommen Eingebungen gehabt haben soll, schrieb nicht nur Maßregelungen von nicht korrekt lebenden Ordensfrauen- und -männern sowie Schelten für bestimmte Herrschende nieder, sondern auch Ordensregeln. Nach denen lebten auch in Marienbaum zunächst sieben Ordensfrauen, und zwei Priester zogen in das Kloster ein.

Foto: Christoph Reichwein

1650 bis 1688 wurde das "Marienkloster" erweitert und bot schließlich Platz für 60 Ordensfrauen und 25 Geistliche, welche die Wallfahrer empfingen und betreuten - bis zur Auflösung des Klosters im Zuge der Säkularisation.

Foto: Christoph Reichwein

Im vergangenen Jahr entzündeten Unbekannte ein Feuer neben dem Opferstock. Mehr als ein Jahr dauert bereits die Sanierung der verrußten und verrauchten Schätze in der alten Kirche. Das Osterfest feiert die Gemeinde jetzt wieder in der Kirche. Ein Teil der Bilder ist bereits wieder da. Und die "wiederbelebten" Malereien im Gewölbe des alten Chors lassen staunen. Wir zeigen, was wieder da ist.

Foto: Christoph Reichwein
(RP)