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Auf Kuschelkurs mit einem Python beim Circus Florida in Sonsbeck

Circus Florida in Sonsbeck : Auf Kuschelkurs mit einem Python

Der Circus Florida baut seine Zelte auf der Dresdener Straße in Sonsbeck auf. Als „rollender Streichelzoo“ bringt er gleich rund 40 Tiere mit. Für das siebenköpfige Artisten-Team ist es das erste Gastspiel seit der Corona-Zwangspause.

Es wird ein Wochenende voller Premieren. Nicht nur, dass der kleine Familienzirkus Circus Florida erstmals ein Gastspiel in Sonsbeck gibt, die drei Aufführungen von Freitag, 13., bis Sonntag, 15. August, sind auch die ersten für die sieben Artisten, seitdem die Corona-Pandemie sie in eine Zwangspause versetzte. Vorfreude ist damit nicht nur bei den Zuschauern angesagt. „Für uns ist jede Vorführung etwas Besonderes, bringt Spaß und Nervenkitzel“, sagt Stella Cramer, die als Luftakrobatin selbst in der Manege steht. „Doch das Gastspiel in Sonsbeck löst dann doch noch etwas mehr Lampenfieber aus. Wir freuen uns einfach, wieder Kinderaugen zum Strahlen bringen zu können.“

Selbst die Proben waren unter Corona-Schutzbedingungen nur eingeschränkt möglich. Deshalb ist das Artisten-Team nun schon eine Woche früher angereist. „Wir wollen die Zeit vor Ort nutzen, um nochmals gemeinsam zu trainieren, letzte Vorbereitungen und Abstimmungen zu treffen“, so Stella Cramer. Bereits an diesem Wochenende wird das Zelt an der Dresdener Straße aufgebaut.

 Zirkusdirektor und Domteur Mike Lauenburger präsentiert neben einer Freiheitsdressur mit zwei Friesen auch die Dressur von Kamel Hatchi.
Zirkusdirektor und Domteur Mike Lauenburger präsentiert neben einer Freiheitsdressur mit zwei Friesen auch die Dressur von Kamel Hatchi. Foto: Circus Florida
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Und der kleine Familienzirkus braucht Platz. Denn zu dem Ensemble von Zirkusdirektor Mike Lauenburger gehören auch rund 40 verschiedene Tiere: Der „rollende Streichelzoo“ bringt ebenso Pferde und Ponys mit, wie ein Kamel, einen Esel, Lamas, Ziegen und Schafe. Dazu Enten, Gänse, Meerschweinchen und Kaninchen. „Sie alle sind ganz handzahm und vertrauen Menschen, sie können von den kleinen und großen Gästen gerne bestaunt und gestreichelt werden“, sagt Cramer. Auf Kuschelkurs können die Besucher auch mit Tonga, einem drei Meter langen Python, gehen. Für fünf Euro sind vom eigenen Smartphone beliebig viele Fotos mit der um die Schultern gelegten Riesenschlange möglich. Zwei Kängurus vervollständigen die tierische Gruppe. „Die sind jedoch nur zu bewundern, denn sie mögen es nicht so gerne, angefasst zu werden“, erklärt Cramer.

 Vertikalakrobatin Stella Cramer präsentiert ihre Künste am Strick.
Vertikalakrobatin Stella Cramer präsentiert ihre Künste am Strick. Foto: Circus Florida

Darauf nimmt sie Rücksicht. Denn das Wohl der gefiederten und felligen Freunde liegt der Tierpflegerin am Herzen, wie sie betont. Der Kritik, dass Tiere im Zirkus nichts suchen hätten, widerspricht sie.„Unsere Tiere werden liebevoll und artgerecht gehalten, bekommen genügend Auslauf und werden umsorgt“, verdeutlicht Cramer. „Wir sehen uns in der Tradition eines klassischen Zirkus, und da gehört eine gute Tierdressur-Nummer eben dazu.“

Doch auch ansonsten haben die Shows Höhepunkte zu bieten. Im wahrsten Sinne sogar, wenn man beispielsweise Stella Cramers Auftritt näher beschreibt. Sie zeigt Vertikalakrobatik, bei der sie unter anderem die sogenannte Todesspirale am Strick präsentiert. Dabei rotiert die junge Frau einzig mit ihrem Handgelenk am Seil hängend rasend schnell in der Luft. Hoch hinaus will auch der Nachwuchs. Das Geschwisterpaar Mike junior (17) und Celina (16) zeigen eine Doppeltrapez-Nummer, die Nervenkitzel verspricht. Mit ihrer Hula–Hoop-Darbietung geht die 16-Jährige erneut in die Luft, während ihr Bruder als Clown zum Publikumsliebling avanciert oder bei seiner Rola-Rola-Balanciernummer verblüfft. Daneben gehören effektvolle Feuerschlucker-Einlagen und eine Stuhlbalance-Darbietung zur zweistündigen Vorführung. Die Freiheitsdressur der beiden Friesen und von Kamel Hatchi bilden das Herzstück der Show. „Wir sind vielleicht ein kleiner Zirkus, doch unter den kleinen sind wir die Größten“, sagt Cramer.

(beaw)