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Xanten: Auf ins Abenteuer

Xanten : Auf ins Abenteuer

Englisch und Französisch beherrscht er wie kein anderer seines Alters in NRW: Matthieu Kohl aus Xanten ist zweifacher Landessieger im Sprachenwettbewerb. Sein sprachliches Können kann er nun in den USA beweisen.

Landessieger im Bundeswettbewerb für Fremdsprachen zu sein, daran hat sich der 16-Jährige Matthieu Kohl schon gewöhnt. In diesem Jahr war die Freude aber besonders groß, weil er nicht nur der Beste in NRW war, sondern sich auch für eine weitere Runde qualifizierte. Er überzeugte in Englisch und Französisch im Lese-und Hörverstehen, beim Grammatikteil sowie in der Textproduktion. Aber wenn die besten 70 Sprachentalente aus Deutschland sich in der nächsten Runde messen, kann der Xantener leider nicht dabei sein.

Das Ziel: Humboldt

Traurig ist er dennoch nicht, denn auf ihn wartet ein ganz anderes Abenteuer. Am ersten August nimmt der Schüler des Stiftsgymnasium Abschied von Familie und Freunden und fliegt in das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Elf Monate wird er im ländlichen Humboldt in der Nähe von Jackson leben.

Sein Schulleiter, Franz-Josef Klaßen, hatte ihm nahegelegt, entweder die Stufe Elf zu überspringen oder die Zeit für einen Auslandsaufenthalt zu nutzen. Lange überlegen musste Matthieu nicht: "Mich hat es immer schon gereizt, ins Ausland zu gehen." Der Rotary-Club ermöglichte ihm schließlich die Reise. Vorbereitungstreffen und der Kontakt mit anderen Jugendlichen, die ebenfalls mithilfe der Rotarier ins Ausland gehen oder schon waren, ließen die Vorfreude wachsen.

Unbekannte Gastfamilie

Auch wenn es nur noch knapp drei Wochen bis zu seinem Abflug sind, kennt Matthieu seine Gastfamilie noch nicht und weiß somit noch nicht, ob und wie viele Gastgeschwister ihn erwarten. "Ich lasse das einfach auf mich zukommen und mich überraschen", sagt Matthieu offen und völlig gelassen.

Wo er zur Schule gehen wird, steht aber schon fest. In dem 17 Kilometer entfernten Jackson wird er eine Privat-Schule besuchen. Es kann gut sein, dass der Xantener bis zu drei verschiedene Gastfamilien in den elf Monaten zugewiesen bekommt, aber die Schule bleibt die gleiche. Von seiner neuen Heimat weiß er bereits, dass es im Winter sehr kalt und im Sommer sehr heiß werden kann. "Momentan soll es dort 38 Grad warm sein", berichtet Matthieu, der sich freut, zwei Koffer mitnehmen zu dürfen. Aber einer sei leider schon fast mit Gastgeschenken gefüllt, sodass er sonst von jedem wirklich nur ein bisschen mitnehmen könne.

Von seinem Aufenthalt erhofft sich der 16-Jährige, seinen Horizont zu erweitern:"Ich möchte die Erfahrung machen, mich an einem Ort zurechtzufinden, an dem ich keinen kenne, so als würde ich völlig neu auf die Welt kommen". Um Verständigungsprobleme muss sich der Fremdsprachenkünstler auf jeden Fall keine Sorgen machen. Er möchte während des Aufenthalts sogar noch Spanisch lernen.

(RP)