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Arzt Peter Zimmermann hat in Sonsbeck Diabetes-Schulungszentrum eröffnet

Gesundheitsangebot in Sonsbeck : Hilfe, um trotz Diabetes gut zu leben

Der Beratungsbedarf wächst: Peter Zimmermann hat in Sonsbeck ein Schulungszentrum für Patienten eröffnet.

Der Platz in seiner Sonsbecker Hausarzt-Praxis reichte schlichtweg nicht mehr aus, um dem stetig wachsenden Schulungsbedarf seiner Diabetespatienten gerecht zu werden. Abhilfe schuf Peter Zimmermann, indem er Ende Januar das Diabetes-Schulungszentrum an der Hochstraße 63, also mitten im Ort, eröffnete. Seit vier Jahren ist die Praxis für Innere, Allgemein- sowie Palliativmedizin am Blatehof 33 auch eine ausgewiesene diabetologische Schwerpunktpraxis. Neben der Behandlung und medikamentösen Einstellung der Patienten gehört auch ein Schulungsangebot zum Behandlungsplan.

„Es gilt dabei, für jeden Einzelnen einen Weg zu finden, wie er mit seinem Diabetes gut leben kann“, erklärt Peter Zimmermann. Fünf bis sechs Gruppenschulungen pro Woche werden im Diabeteszentrum derzeit durchgeführt. Die Tendenz sei stetig steigend. Der Bedarf an fachlicher Zuwendung wird also höher. „Es geht bei der Schulung nicht um den erhobenen Zeigefinger“, erläutert der Diabetologe. „Wir möchten auf unterhaltsame Weise Wissen vermitteln, damit die Patienten lernen, wie sie mit der Krankheit gut leben können.“

Zur Seite stehen ihm dabei die Diabetesberaterinnen Marina Regier und Doreen Birkemeyer. Sie klären auf über die Grundlagen der verschiedenen Diabetesformen, die richtige Ernährung und über Bewegung, Therapiemöglichkeiten sowie Dosiseinstellungen. In vier bis zwölf Kursterminen erfahren Betroffenen so, mit der Erkrankung umzugehen. „Diabetes beherrschbar zu machen, das ist unser Ziel“, sagt der Arzt. „Schließlich geht die Krankheit nicht mehr weg und hat schlimmstenfalls Folgeerkrankungen. Wir zeigen Zusammenhänge auf, damit die Patienten begreifen, dass sie den Verlauf der Krankheit beeinflussen können.“

Die Zahl der Diabetes-Patienten steige nicht nur in der Sonsbecker Schwerpunktpraxis, sondern generell. Veränderte Lebensverhältnisse mit erhöhter Kalorienzufuhr in Verbindung mit Bewegungsmangel seien daran nicht ganz unbeteiligt, auch wenn es zahlreiche weitere Auslöser gebe. Die Schulungen sollen das Bewusstsein für die Krankheit schaffen, sollen Hilfe zur Selbsthilfe bieten und richten sich an Menschen mit Typ 1-, Typ 2- sowie mit Schwangerschaftsdiabetes. „Damit jeder so leben kann, dass es trotz Einschränkungen Spaß macht, ohne dass man ständig ein schlechtes Gewissen haben muss“, sagt Zimmermann.

Er mache sich mit jedem Einzelnen auf die Reise, um herauszufinden, was er oder sie brauche, wo Schwächen und Stärken liegen und welche Fähigkeiten helfen, dass der Diabetes „gut lebbar“ sei. „Diese Aufgabe ist unglaublich vielfältig, ganz spannend – und ja, sie macht mir großen Spaß,“ so der Sonsbecker Mediziner. Diabetes verlange nach „sprechender“ Medizin. „Nur so funktioniert’s“, meint Peter Zimmermann.

Die Diabetes-Schulungen sind übrigens Kassenleistungen. Zuzahlungen seitens der Patienten sind nicht erforderlich. Lediglich eine Überweisung des behandelnden Hausarztes ist notwendig.