Xanten: APX und Xanten wachsen zusammen

Xanten: APX und Xanten wachsen zusammen

Richtfest am neuen Haupteingang des Archäologischen Parks. Besucher sollen in die Innenstadt gelenkt werden.

Ein Blick von der Baustelle Richtung Innenstadt genügte gestern, um die Idee, die dem neuen APX-Entree zugrunde liegt, zu erfassen. Wer dort den Römerpark künftig verlässt, sieht direkt auf Xantens Dom und die Innenstadt. Das ist kein Zufall, sondern bewusst geplant. Die Menschen sollen nach dem Besuch des APX nicht sofort ins Auto steigen, sondern das Stadtzentrum genießen — und dort vielleicht auch noch den einen oder anderen Euro lassen.

Schon die Verlegung der B 57, die einst den Park und die Stadt trennte, diente dazu, den APX und die Innenstadt enger zusammenrücken zu lassen. Ebenso die Anlage des Parkplatzes am Nibelungen-Kreisel. Und jetzt, sozusagen als Vollendung, eben das neue Eingangsgebäude an der Südseite des Parks. Seit November wird es gebaut, gestern konnte das Richtfest gefeiert werden.

Ebenso wie der Standort kein Zufall ist, steckt hinter der Architektur des Gebäudes ein ausgeklügeltes Konzept. An der Außenseite pure Moderne: Eine Betonwand, die sich in die Rekonstruktion der römischen Stadtmauer einfügt, wird weithin sichtbar in einem betont "nichtrömischen" Signalrot leuchten. Geplant ist auch ein großes, aus Stahl konstruiertes Vordach. Das sich dahinter, also zum Park, anschließende Gebäude in Holzrahmenkonstruktion nimmt dagegen die römische Basilikaform auf. "Wir führen die Besucher beim Eintreten in die Vergangenheit und entlassen sie beim Verlassen des Parks in die Neuzeit", erklärte Sylvia Lewe-Fiedler, Architektin beim Landschaftsverband Rheinland (LVR), die Idee.

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LVR-Baudezernentin Renate Hötte betonte beim Richtfest, dass bei der Auswahl der Materialien (wie Holz) und Technik auf Nachhaltigkeit geachtet werde. Das Gebäude entsteht größtenteils in Passivhausbauweise (starke Dämmung, luftdichte Gebäudehülle, Holz-Aluminiumfenster mit Dreifachverglasung). Der Energieverbrauch soll unter den Anforderungen der Energiesparverordnung bleiben. Geheizt wird mittels Wärmepumpe. Aufs Dach kommt eine Photovoltaikanlage, ein Teil des Dachs wird begrünt.

Das Gebäude bietet Platz für zwei Innen- und eine Außenkasse, Besucher- und Mitarbeitertoiletten, Büros und Lagerräume. Und für einen 120 Quadratmetern großen "Shop", in dem sich die APX-Besucher mit Andenken eindecken können. Zwar bleiben die anderen APX-Eingänge (am Römermuseum und an der Ostseite) weiter bestehen, doch sollen die Besuchermassen künftig durch das neue Gebäude strömen. Es ist vorgesehen, den Parkplatz am Nibelungen-Kreisel nach dem im Sommer geplanten Abriss der dortigen Esso-Tankstelle zu vergrößern — wodurch Römerpark und Stadt noch ein Stückchen mehr zusammenwachsen werden.

(RP)