Unsere Woche: Amazon bringt die Zukunft nach Rheinberg

Unsere Woche: Amazon bringt die Zukunft nach Rheinberg

Mit Amazon ist vor sechs Jahren ein großes Stück Zukunft nach Rheinberg gezogen. Das wurde wieder deutlich, als in dieser Woche der Tag der Logistik in den Rheinberger Räumen des Online-Riesen stattfand. Die Vorträge und Diskussionen zeigten: Die Veränderungen hören nicht auf, es kommt immer wieder Neues. Manches ist faszinierend, anderes eher beängstigend. So gab Amazon-Logistik-Chef Mike Roth, der aus Seattle angereist war, in Rheinberg in einer Podiumsdiskussion bekannt, dass im geplanten Logistikzentrum in Winsen bei Hamburg nicht mehr menschliche Picker, sondern Roboter die von Kunden bestellten Waren aus den langen Amazon-Regalen pflücken.

Ob es Einzelhändlern Mut macht oder sie eher in die Verzweiflung treibt, dass Amazon immer stärker mit Klein- und Kleinsthändlern kooperiert, wissen wir noch nicht. Klar dürfte allerdings sein, dass alles Lamentieren über das zunehmende Einkaufen im Internet nicht viel bringt. Der Online-Handel ist nicht mehr zu stoppen. Mit allen Konsequenzen: Immer mehr Verpackungsmüll, immer mehr Lkw auf den Straßen und Autobahnen, immer mehr Leerstände in den Innenstädten.

Beim Tag der Logistik hörte auch der Amazon-Betriebsrat interessiert zu. Bei aller Modernität sind sich Teile der Amazon-Belegschaft und Geschäftsführung keinesfalls einig. So wird es auch künftig Streiks mit dem Ziel geben, Verbesserungen für die Arbeitnehmer durchzusetzen. Ganz altmodisch. Auch damit muss sich Amazon in Zukunft befassen.

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(RP)