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Alpen/Sonsbeck/Xanten: Glasfaserausbau dauert länger als geplant

Breitbandausbau in Xanten, Sonsbeck, Alpen : Glasfaserausbau dauert länger als geplant

Der Ausbau der schnellen Netzleitungen für die Randbereiche von Xanten, Sonsbeck und Alpen hat begonnen. Laut Peter Kamphuis, Geschäftsführer der Deutschen Glasfaser, soll das Projekt in spätestens 47 Monaten abgeschlossen sein.

Der geförderte Breitbandausbau für die Projektregion Alpen-Sonsbeck-Xanten ist gestartet. Beim ersten Spatenstich am Küvenkamp in Xanten hoben die Bürgermeister Heiko Schmidt (Sonsbeck), Thomas Görtz (Xanten), Thomas Ahls (Alpen) sowie der Landrat Ansgar Müller (Kreis Wesel) nochmals die Bedeutung des insgesamt 16,6 Millionen schweren Projektes für die Anbindung der Außenbereiche der drei Kommunen ans schnelle Internet hervor. Doch es gibt noch Baustellen.

„Die vergangenen Monate haben deutlich gezeigt, wie wichtig ein leistungsstarkes Breitbandnetz ist“, sagte Müller. „Homeoffice, Video-Konferenzen, Streaming – um die Möglichkeiten der Digitalisierung im Beruf und Alltag konsequent nutzen zu können, brauchen wir eine moderne Infrastruktur.“ Um dies zu erreichen, haben sich die drei Kommunen Alpen, Sonsbeck und Xanten zusammengetan und Fördermittel von Bund und Land beantragt. Rund 8,3 Millionen steuert der Bund für das Projekt hinzu, weitere 6,6 Millionen Euro kommen vom Land NRW. Im Ausschreibungsverfahren setzte sich die Deutsche Glasfaser durch.

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Der Netzanbieter will in den kommenden Jahren eine 353 Kilometer lange Glasfaser-Trasse verlegen, die dann 1665 Privathaushalte (in Alpen: 568, in Sonsbeck: 435 und in Xanten: 662), 95 Unternehmen, zudem Schulen und Pflegeeinrichtungen mit den notwendigen Megabit versorgen soll.

Die Gesamtbauzeit wird laut Peter Kamphuis, Geschäftsführer der Deutschen Glasfaser, 47 Monate betragen. „Wir versuchen natürlich, früher fertig zu sein“, sagte er. Landrat Müller hatte vorab von einem Abschluss bis 2022 gesprochen.

Auch bei der Abdeckung der Haushalte besteht noch ein Dissens. Müller sprach von einer nahezu flächendeckenden Anbindung nach Abschluss des Projektes. „Da in den vergangenen Jahren innerhalb der Ortskerne bereits eine Vielzahl an Haushalten privatwirtschaftlich erschlossen wurde, werden im geförderten Breitbandausbau nunmehr überwiegend die Außenbereiche angebunden, darunter viele Bauernhöfe“, verdeutlichte er. Alpens Bürgermeister Thomas Ahls machte da Abstriche. In der Gemeinde gebe es Haushalte, die im Zuge des Glasfaserausbaus in den Kernbereichen eben nicht ans schnelle Netz angeschlossen wurden. Und da der nun geförderte Ausbau als geschlossenes Netz die Randbereiche abdecke, seien zusätzliche Anschlüsse nicht ohne Weiteres zulässig. Hinzu kommt: Gefördert werden nur die Anschlüsse, die eine Versorgung von unter 30 Megabit Leistung aufweisen. „Es bleiben also noch graue Flecken“, sagte Ahls mit einem Appell an Jana-Katharina Bayer vom Breitbandbüro des Bundes, Atene Kom, weitere Förderungen bereitzustellen.

Auch in Xanten sei man noch nicht ganz zufrieden, wie Bürgermeister Görtz ergänzte. Bei der Quote – also dem Anteil der Haushalte, die einen Glasfaseranschluss bereits beantragten – gebe es noch Luft nach oben. So liegt in Xanten die Quote derzeit bei 37 Prozent, in Alpen gar erst bei 14 Prozent. Dort ist die Vermarktung allerdings auch erst Anfang August angelaufen. Einzig in Sonsbeck ist mit 54 Prozent bereits ein großes Interesse an dem Netzausbau spürbar. Für Glasfaser-Geschäftsführer Kamphuis ein vorzeigbares Ergebnis. „Viele beantragen den Anschluss auch erst mit Beginn der Bauphase“, sagte er. Dennoch regte Görtz eine noch intensivere Vermarktung an. Auf der Baustelle Glasfaserausbau bleibt jedenfalls noch viel zu tun.