Weil sie alkoholisiert einen Unfall hatte Pedelec-Fahrerin aus Alpen muss Führerschein abgeben

Alpen/Wesel · Eine 58-jährige Frau aus Alpen hat sich auf der Rheinbrücke bei einem Sturz mit ihrem Pedelec verletzt. Weil sie alkoholisiert gefahren war, erwartet sie nun ein Strafverfahren, und ihr Führerschein wurde beschlagnahmt. Diese Promille-Grenzen sollte man kennen.

Die Polizei bittet die unbekannte Zeugin darum, sich zu melden (Symbolfoto).

Die Polizei bittet die unbekannte Zeugin darum, sich zu melden (Symbolfoto).

Foto: dpa/David Inderlied

Nach einem Sturz mit ihrem Pedelec hat eine Frau aus Alpen am Samstag ihren Pkw-Führerschein abgeben müssen. Sie erwartet nun ein Strafverfahren. Denn die 58-Jährige war alkoholisiert unterwegs gewesen. Die Kreispolizei Wesel erklärt, wann welche Promille-Grenzen gelten, und bittet eine unbekannte Zeugin, sich zu melden.

Nach Angaben der Polizei hatte am Samstag kurz vor 22 Uhr eine unbekannte Zeugin den Rettungswagen angerufen, weil auf der Rheinbrücke eine Frau mit ihrem Pedelec gestürzt war und sich dabei offenbar verletzt hatte. Beim Eintreffen der Polizei und des Rettungswagens sei die Zeugin jedoch nicht mehr vor Ort gewesen, so die Polizei.

Angetroffen wurde die gestürzte Zweiradfahrerin, eine 58-jährige Frau aus Alpen. Sie sei mit ihrem Pedelec den Radweg der Rheinbrücke in Richtung Büderich unterwegs gewesen. „Vermutlich aufgrund ihrer Alkoholisierung stürzte die Frau mit dem Pedelec auf ihre linke Körperseite und verletzte sich dabei leicht“, teilt die Polizei mit. Ein vor Ort durchgeführter freiwilliger Atemalkoholtest sei positiv verlaufen.

Ein Rettungswagen habe die 58-Jährige in ein Krankenhaus gebracht, wo ihr ein Arzt eine Blutprobe entnommen habe. Nach Angaben der Polizei lag der Blutalkoholwert bei 1,56 Promille. Die Beamten beschlagnahmten daraufhin den Führerschein der 58-Jährigen.

Eigentlich droht auf Fahrrädern oder normalen Pedelecs erst ab einer Blutalkoholkonzentration von 1,6 Promille ein Führerscheinentzug – „also bei absoluter Fahruntüchtigkeit“, wie ein Polizei-Sprecher erklärt. Die Alpenerin lag demnach knapp unter diesem Wert. „Aber das gilt nur bei einer unauffälligen Fahrweise“, ergänzt der Sprecher. Wird der Straßenverkehr gefährdet oder kommt es – wie hier – zu einem Unfall, greift schon die 0,3-Promille-Grenze, um wegen Trunkenheit im Straßenverkehr belangt zu werden.

Der Polizei-Sprecher macht zudem auf eine Unterscheidung bei Pedelecs aufmerksam. Bei sogenannten S-Pedelecs, die bis zu 45 Stundenkilometer schnell fahren können, gelten die gleichen Regeln wie für den Kfz-Verkehr: Eine Alkoholfahrt ab einem Promille-Wert von 0,5 ist auf jeden Fall eine Ordnungswidrigkeit, ab 1,1 Promille eine Straftat. Und auch hier gilt: Bei Ausfallerscheinungen oder Gefährdung des Straßenverkehrs, zum Beispiel Schlangenlinienfahren, müssen Fahrer schon ab 0,3 Promille mit Konsequenzen rechnen. Für Fahranfänger und junge Kraftfahrer unter 21 Jahren gilt sogar die 0,0-Promille-Grenze. Sie dürfen vor der Fahrt gar keinen Alkohol trinken.

Wie lange die Frau aus Alpen nun ihren Führerschein nicht mehr zu Gesicht bekommt – „darüber muss ein Gericht entscheiden“, so der Polizeisprecher. In die Entscheidung fließt zum Beispiel ein, ob es sich um einen erstmaligen Verstoß gehandelt hat oder die Person schon früher auffällig geworden ist.

Der Bußgeldkatalog 2022 mit einer Übersicht der Konsequenzen ist online abrufbar unter

Die Polizei in Wesel bittet zudem die unbekannte Zeugin, die Hilfe geholt hatte, sich unter Telefon 0281 107-0 zu melden.

(beaw)
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