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Xanten: Adivital jetzt auch mit Angeboten für Behinderte

Xanten : Adivital jetzt auch mit Angeboten für Behinderte

Übergewicht und dessen krankhafte Form Adipositas sind ein zunehmendes Problem. In Xanten kümmert sich das am St.-Joseph-Hospital angesiedelte neue Kompetenzzentrum Adivital um junge und alte Betroffene. Wir sprachen mit der Leiterin, der Xantener Ärztin Dr. Heike Pahl-Wurster über den Start und die Pläne. Die ersten Kurse sind angelaufen.

Dr. Heike Pahl-Wurster Ja, wir haben mehrere gestartet. Im wesentlichen geht es um die bewusste Gewichtsreduktion. Das dauert halt immer seine Zeit. Wer auf Dauer abnehmen will , der muss schon mindestens sechs bis zwölf Monate an sich arbeiten, damit die Lebensumstellung auch dauerhaft ist,

Dabei geht es nicht nur um weniger oder anders essen?

Pahl-Wurster Das natürlich, wir bieten aber auch Entspannungstrainings an. Wichtig ist auch die Bewegung, sind Kraft und Ausdauer. Da werden wir jetzt mit dem Xantener Fitness-Studio Life-Sports zusammenarbeiten.

Außerdem sind Sie mit Adivital auch beim Tag der Begegnung im APX dabei.

Pahl-Wurster Dort stellen wir unser ganz neues Vorhaben vor. Wir haben ein Abnehm-Programm für geistig behinderte Kinder und Jugendliche entwickelt. Adi und Mr. Posi, dafür gibt es auch bereits entsprechende Buttons, die die Teilnehmer am Ende des Kurses erhalten. Die Idee kam von der Ernährungsberaterin Silvia Knapp. Deren Tochter ist geistig behindert und – wie viele Behinderte – übergewichtig. Frau Knapp hat schon Erfahrungen mit Ernährungsprogrammen an der Schule ihrer Tochter in Bönninhardt. Das werden wir jetzt ausbauen.

In der Art der anderen Kurse?

Pahl-Wurster Ja, das heißt interdisziplinär und mit langem Atem. In sechs Monaten werden eine Menge von Experten ganz praktisch mit den Schülern am Essverhalten, an der Bewegung arbeiten und dabei auch die Lehrer, Eltern und Betreuer einbeziehen. Das Programm wollen wir dann auch an anderen Einrichtungen dieser Art anbieten.

Sie sprachen von „einer Menge Experten“.

Zu unserem Team gehören Ärzte, Psychologen, Physiotherapeuten, Sportpädagogen, Ernährungswissenschaftler, Diätassistenten, Heilpädagogen und Sozialarbeiter. Ein neuer Mitarbeiter ist Diplom-Psychologe und Pädagoge und arbeitet als Clown-Therapeut. Er wird am Samstag übrigens auch an unserem Stand dabei sein.

Und: Die Arbeit wird anerkannt?

Pahl-Wurster Wir können sogar richtig stolz sein. Der Medizinische Dienst der Krankenkassen hat unser einjähriges Schulungsprogramm für massiv übergewichtige Kinder und Jugendliche, „Obeldisk“, nach einem langen Genehmigungsverfahren offiziell anerkannt. Das Erfolgsrezept der Schulung begründet sich in der intensiven Einbeziehung der Eltern mit psychologischer Betreuung und Übertragung auf den familiären Alltag. Adivital ist eins der ganz wenigen Zentren in NRW und das einzige am Niederrhein, die das Zertifikat bekommen haben. In den nächsten drei Jahren wird das Programm von der Uni Ulm wissenschaftlich begleitet und evaluiert. Mehr über Adivital gibt es übrigens im Internet unter www.adivital.de

Heinz Kühnen führte das Gespräch

(RP)