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Abstrichzentren im Kreis Wesel außer Betrieb: „Es gibt keinen Grund, in Panik zu verfallen“

Abstrichzentren des Kreises außer Betrieb : „Es gibt keinen Grund, in Panik zu verfallen“

Die drei Carona-Abstrichzentren im Kreis Wesel sind vorerst außer Betrieb. Ein Hausarzt in Xanten beruhigt seine Patienten und erklärt ihnen die Folgen.

Die drei Abstrichzentren des Kreises Wesel nehmen vorerst keine weiteren Abstriche, um sie auf das Coronavirus zu testen. Grund dafür sind mangelnde gesicherte Laborkapazitäten, wie der Kreis am Dienstag erklärte. „Es gibt deshalb keinen Grund, in Panik zu verfallen“, erklärte die Arztpraxis von Georgios Ikonomou in Xanten auf ihrer Facebookseite. „Dadurch stirbt kein Mensch mehr oder weniger.“ Durch die fehlende Möglichkeit, Menschen auf das Coronavirus zu testen, „ergibt sich kein therapeutischer Verlust, da sich an dem Behandlungskonzept nichts ändert“. Verdachtsfälle blieben in Quarantäne. Eine Infektion werde symptomatisch behandelt, da es noch kein Medikament gebe.

Der Kreis Wesel hatte am Dienstag mitgeteilt, dass der Fachdienst Gesundheitswesen im Moment nicht sicherstellen könne, dass bei neu genommen Abstrichen auch der entsprechende Test auf den Coronavirus in einem Labor durchgeführt werde. Er arbeite an einer Lösung und frage derzeit vorhandene Kapazitäten bei allen bekannten Laboren telefonisch ab, um den Betrieb der Zentren möglichst bald wiederaufzunehmen. Vorher müsse jedoch sichergestellt werden, dass auch eine Auswertung der Abstriche erfolgen werde. Genommene Abstriche seien unter Einhaltung der Kühlkette drei bis vier Tage haltbar, bevor sie unbrauchbar würden.

Betroffen seien aber nur die drei Abstrichzentren des Kreises, sagte eine Sprecherin auf Nachfrage. Das St.-Josef-Hospital in Xanten erklärte, dass sich für das Krankenhaus nichts ändere. Dort werden Menschen auf das Virus untersucht, die Symptome zeigen und zu einer Risikogruppe gehören. „Es werden nur noch Patienten auf das Virus getestet, die stationär behandelt werden müssen“, erklärte Allgemeinmediziner Ikonomou. Patienten müssten daher vorerst nicht mehr anrufen, um eine Überweisung für einen Corona-Test abzuholen. „Umso wichtiger ist es jetzt, sich zu schützen und unbedingt zu Hause zu bleiben.“

(wer)