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250 Grundschüler kamen beim Sportaktionstag des SV Sonsbeck​ in Bewegung

Sportaktionstag des SV Sonsbeck : Auf die Plätze, fertig, Spaß

Bei einer Neuauflage des Sportaktionstags des SV Sonsbeck konnten sich 250 Grundschüler an 22 Stationen austoben und austesten. In der Corona-Zeit ist dem Verein viel Nachwuchs weggebrochen.

Konzentriert visiert David den dritten Reifen in der Sandgrube vor ihm an. Selbst die Motivationsrufe seiner Mitschüler wie „Komm schon, das schaffst Du“ oder „Na los, das ist ein Klacks für Dich“ blendet der Zehnjährige jetzt aus. Der erste Ring direkt hinterm Absprungsmal war tatsächlich ein Klacks für den Viertklässler. Den konnten auch alle anderen Kinder in seiner Gruppe erreichen. Der zweite Ring war ebenso kein Problem. Doch der dritte liegt schon fast drei Meter vom Rand entfernt. David nimmt Anlauf, noch immer den Reifen im Blick. Er beschleunigt auf den letzten Metern nochmal, bekommt einen guten Absprung hin, er fliiiegt – und schafft die Distanz. Punktlandung. Der Zehnjährige landet mitten im Kreis. Hinter ihm bricht Jubel aus. „Yes“, ruft auch David, steht auf und joggt locker zurück, um sich wieder in die Reihe zu stellen. Reifen vier wartet noch auf ihn.

Der Reifen-Sprung ist eine von insgesamt 22 Stationen, an denen sich die rund 250 Kinder der Johann-Hinrich-Wichern-Grundschule austoben und ausprobieren können. Die Fußballjugend und Leichtathletikabteilung des SV Sonsbeck hatten am Freitag zum Sportaktionstag geladen. Vier Unterrichtsstunden lang stand Laufen, Springen, Werfen und Spaß haben auf dem Stundenplan.

 Der zehnjährige David schaffte es bei diesem Weitsprung-Spiel, im dritten Fahrradreifen zu landen.
Der zehnjährige David schaffte es bei diesem Weitsprung-Spiel, im dritten Fahrradreifen zu landen. Foto: Ostermann, Olaf (oo)
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2019 initiierte der Sportverein erstmals einen Aktionstag für die Sonsbecker Grundschüler. „Die Idee entstand, um Kindern, die nicht im Verein sind, den Spaß an Bewegung näherzubringen“, sagt Initiator Erwin van der Eijk. Aber auch als Verein müsse man sich bewegen, ergänzt er. „Nachwuchs kommt nicht von allein.“ Bei der Premiere stand der Fußball noch klar im Fokus. Bei einem Turnier auf vier Feldern konnten die Kinder wettkicken. Dann kam Corona, der Aktionstag – kaum ins Leben gerufen – musste wieder pausieren. „Während der Pandemie ist uns viel Nachwuchs weggebrochen“, sagt der stellvertretende Abteilungsleiter der Fußballabteilung. „Wir haben gut zwei, drei Mannschaften verloren.“

Also war‘s höchste Zeit, einen Neuanlauf mit den Grundschulkids zu starten. Doch diesmal sollten sie sich nicht nur am Leder austesten können. „Wir haben ein Konzept mit 22 Stationen erstellt. Es gibt viele Geschicklichkeits- und Fangspiele sowie Ideen aus der Leichtathletik. Ein ganzes Sammelsurium an Bewegungsideen“, so Erwin van der Eijk.

An Station zwei zum Beispiel nehmen die Kinder an einem Biathlon teil. Nach einer Laufrunde um ein zwölf Mal zwölf Meter großes Spielfeld gilt es, mit Schlagbällen Markierungshütchen abzuwerfen. Jeder hat drei Versuche. Geht zumindest ein Hütchen zu Boden, darf die Runde zur Mannschaft beendet werden. Ansonsten sind noch fünf Hampelmänner zu machen. Da ist neben Treffsicherheit Puste gefragt.

Auch an der nächsten Station sollten die Laufschuhe sitzen. Die Kinder lassen in zwei Mannschaften einen Reifen rollen und versuchen ihn vor dem Umfallen wieder einzuholen. Beim Schwungtuch an Station neun sind gleich mehrere Spiele möglich. Bei einem geht‘s um die Reaktionszeit: Auf das Kommando „1,2,3“ lassen alle Kinder das straff gespannte Tuch möglichst schnell los, klatschen drei Mal in die Hände und fangen den fallenden Stoff wieder auf, ehe er zu Boden sinkt.

Es gibt verschiedene Parcours, Ringewerfen und Torwandschießen. Und ja, auch Fußball darf an diesem Freitag nicht fehlen. Aber es gibt neben der bekannten Version auch eine Station, an der Sitzfußball gespielt wird. „Mein Herz schlägt natürlich für Fußball“, sagt Erwin van der Eijk lachend. Doch das sei eben nicht jedermanns Fall. Und es ginge darum, alle Kinder beim Sportaktionstag mitzunehmen. „Wenn sich am Ende des Tages zwei, drei Kinder für Leichtathletik begeistern, macht mich das ebenso glücklich“, betont der Sportsmann.

Bei Mia-Paula (9) und Charlotte (10) kann der Initiator mit dieser Einstellung auf jeden Fall punkten. „Hier macht alles Spaß, außer Fußball“, sind sich die Mädchen einig. Am besten gefallen hat ihnen das Schwänzchenfangsspiel. Dabei mussten drei Fänger den übrigen Kindern aus der Gruppe in die Hose gesteckte, gelbe Tücher abluchsen. Weit wegrennen konnten die Tuchträger nicht. Das Feld war eng abgesteckt. Das brachte reichlich Tempo ins Spiel.

Bei der nächsten Station kommt das runde Leder aber wieder an den Fuß: Parcourslauf mit Ball steht an. Hanna freut sich schon drauf. Die Neunjährige ist seit den Bambinis im SV. Entsprechend geschickt führt sie den Fußball im Slalom um vier Stangen herum, lupft in über eine Hürde und trippelt durch die engen Felder einer Leiter, um den Ball am Ende wieder aufzunehmen und problemlos ins Tor zu schießen. Da staunen selbst die Jungs nicht schlecht. Charlotte geht‘s etwas gemächlicher an. Das mit dem Lupfen will noch nicht ganz klappen. Macht aber nichts. Das Mädchen kämpft sich an der Leiter weiter bis zum Tor durch. Sie stoppt kurz, sieht Torhüter Swen an, schießt – und drin ist das Ding im linken Eck. Vielleicht wird‘s ja doch noch mal was mit der Fußballkarriere.

(beaw)