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15-jähriger Ladendieb aus Xanten ging der Polizei in Dinslaken ins Net

Kriminalität in Dinslaken : Ladendieb (15) aus Xanten mit Hang zum Lügenbaron

Die Polizei in Dinslaken nahm am Nikolaustag nach einem Ladendiebstahl einen jungen Mann aus Xanten mit auf die Wache. Dort entwickelte sich eine recht abenteuerliche Geschichte.

Es begann mit einem ganz alltäglichen Polizei-Einsatz am Nikolaustag: Gegen 18 Uhr machten sich die beiden Streifenbeamten auf den Weg zu einem Discounter in Dinslaken. Dort hatte der Filialleiter einen Ladendieb auf frischer Tat gestellt. Der 15-jährige Junge aus Xanten hatte Alarm ausgelöst, als er den Kassenbereich verlassen wollte. Als der Filialleiter seinen Rucksack überprüfte, fand er eine Dose Tabak im Wert von 16 Euro und rief die Polizei. Doch damit nahm eine recht abenteuerliche Geschichte erst ihren Lauf.

Der Junge gab an, im Auftrag eines Freundes gehandelt zu haben, dessen Namen er aber nicht kenne. Da der junge Mann sich nicht ausweisen konnte, nahmen die Polizisten ihn vorsorglich mit auf die Wache. Dort gab er bei der Befragung erst einmal einen falschen Namen an. Auch sein genanntes Geburtsdatum entsprang seiner Phantasie. Das kam ganz schnell heraus. Die Beamten ermittelten umgehend die richtigen Personalien. Dabei stellten sie fest, dass ihr junges Gegenüber bei den Kollegen auf der Wache in Xanten wahrlich kein Unbekannter war.

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Als die Polizisten den Rucksack des 15-Jährigen schließlich etwas genauer durchsuchten, fanden sie auch eine schwarze Geldbörse. Eigentlich nichts Ungewöhnliches. Aber in dem Kontext durchaus. Es drängte sich der begründete Verdacht auf, dass es nicht seine eigene war. Die Vermutung sollte sich bestätigen. Im Portemonnaie fanden sich neben 40 Euro und einer EC- Karte auch der Personalausweis einer Frau aus Neukirchen-Vluyn.

Der Junge gab an, die Sachen im Stadtpark in Dinslaken gefunden zu haben. Bei den polizeilichen Ermittlungen aber stellte sich heraus, dass die Geldbörse am 2. Dezember der Besitzerin bei einem Supermarktbesuch in Neukirchen entwendet worden war. Der Inhalt der Börse stimmte mit den Angaben der Frau überein, bis auf die Tatsache, dass sie zum Zeitpunkt des Diebstahls 200 Euro im Portemonnaie hatte.

Außerdem fanden die Beamten im Rucksack noch ein Pfefferspray. Da der Xantener dies auch beim Discounter schon dabei hatte, weitete sich der Verdacht auf Diebstahl mit Waffen aus. Die Polizisten stellten die Gegenstände sicher und übergaben den Jungen seinem Vater. Den 15-Jährigen erwartet jetzt ein Strafverfahren.

(bp)