Xanten: 120 Sänger beim Oratorium im Dom

Xanten : 120 Sänger beim Oratorium im Dom

Das Stück "Petrus und der Hahn" von Gregor Linßen wurde in das Jubiläumsprogramm des Xantener Doms aufgenommen, um auch junge Familien und junge Menschen anzusprechen.

Die Geschichte handelt vom Menschen und seinem Suchen nach der individuellen Aufgabe. "Jeder hat seine eigenen Begabungen, muss seine Aufgabe finden und alles daran setzen, sie zu erfüllen", sagt Gregor Linßen. Wie der Weg dorthin führen kann, hat er in dem Stück "Petrus und der Hahn" umgesetzt, das am 4. Mai im Xantener Dom aufgeführt wird.

Seine drei Oratorien haben immer eine besondere Inszenierungsgeschichte zu erzählen und wurden bewusst im Rahmen von Wallfahrten uraufgeführt. So seien die Stücke mit dem Ort verwoben, sagt der Neusser. Wenn Menschen es am richtigen Ort erlebten, können sie es auch anders singen. "Nur wer in der Wüste war, kann auch von der Wüste singen."

"Petrus und der Hahn" ist das jüngste Oratorium von Gregor Linßen. Auf der Bühne war es erstmals 2007 vor der großartigen und geschichtsträchtigen Kulisse des römischen Laterans zu sehen, wegen der guten Resonanz ein Jahr später erneut. Ein Musical sei es nicht, auch wenn durchaus von dort Elemente übernommen worden seien, betont der Komponist, der in Deutschland als führender Vertreter des Neuen Geistlichen Liedes gilt. Und es ist kein Historienspiel, sondern handelt in der heutigen Zeit.

Das Stück wurde ganz bewusst in das Jubiläumsprogramm 2013 des Xantener Doms aufgenommen, um auch junge Familien und junge Menschen anzusprechen. Doch es rückte eher zufällig in das Blickfeld der Organisatoren. Der Xantener Andreas Mäteling, Vorstandsmitglied im Pfarrgemeinderat von St. Viktor, traf eines Tages Gregor Linßen im Dom wieder. Die beiden hatten sich in den 90er Jahren in Dormagen bei einem Fest der Völker kennengelernt, dann aus den Augen verloren. Als es dann an die Vorbereitung des Domjubiläums ging, kam bei der Frage, wie sich das Programm für die verschiedensten Altersgruppen interessant gestalten ließe, der Neusser Komponist ins Spiel.

Für seine Aufführungen arbeitet er nicht mit einem festen Chor zusammen, sondern mit einer weit verstreuten Chorgemeinschaft, die aus dem Dreieck Minden-Basel-Garmisch-Partenkirchen zu den einzelnen Terminen zusammenkommt. Rund 350 Sängerinnen und Sänger gehören diesem Pool an; die Zusammensetzung am Aufführungstag ist zufällig. Wer kommt, ist da.

Hier kommt Harold Ries ins Spiel. Der Vorsitzende der Kolpingsfamilie Xanten zeichnet für die Organisation und Logistik verantwortlich und musste für einen Großteil der erwarteten 120 Oratoriumsteilnehmer Unterkünfte finden. Viele übernachten in der Jugendherberge, einige in Gastfamilien. Zu den Unterstützern zählen zudem die Marienschule, der eigene Chor Ad Sanctos sowie als Sponsoren die Sparkasse am Niederrhein.

Auch die Kunst der Techniker ist im Xantener Dom gefragt. Vor dem Lettner, also der früheren Schranke zwischen dem (der Geistlichkeit vorbehaltenen) Chorraum und dem Kirchenschiff, wird über dem Chor und Orchester eine etwa 20 Quadratmeter große Leinwand schweben, auf die ein Beamer die Tür des Laterans aus der Uraufführung projiziert. Der renommierteste Tonmeister in Deutschland, so Linßen, wird dafür sorgen, dass Text und Musik in allen Teilen des Doms gut zu hören sind.

Termin: 4. Mai, 20 Uhr, im Xantener Dom. Karten kosten je nach Kategorie zwischen fünf und 15 Euro (ermäßigt 7,50 Euro). Vorverkauf bei der Tourist Information TIX in der Innenstadt.

(kump)
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