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Wuppertal: Zu kleine Warnhinweise? Aufsicht eingeschaltet

Wuppertal : Zu kleine Warnhinweise? Aufsicht eingeschaltet

Schwebebahn-Pendeln: Ein Fahrgast schlägt Alarm. Zahlen, die eine Gefahr belegen, gibt es aber nicht.

Die neuen Schwebebahnwagen pendeln stärker als die alten. Und manch einer sieht das als Gefahr. So wie Franz-Reinhold Diepenbrock. Der emeritierte Professor der Bergischen Universität klagt, dass die neuen Wagen zwar mehr pendeln als die alten, dass aber gleichzeitig die Hinweise auf die Pendelbewegung in den den Bahnen deutlich kleiner geworden seien. Diepenbrock nennt das "völlig unzureichend". Er sieht darin ein Verletzungsrisiko, gerade für unerfahrene Schwebebahnfahrer.

Der Mathematiker hat sich deswegen jetzt sogar an die Technische Aufsichtsbehörde der Bezirksregierung Düsseldorf gewandt, die die Wagen - inklusive der Piktogramme - abgenommen hat und so die Fahrten genehmigt hat. Die Aufsichtsbehörde bestätigte den Eingang der Beschwerde. Es seien nochmals Mitarbeiter in Wuppertal gewesen, um sich ein Bild zu machen, hieß es aus der Behörde. Eine Einschätzung wollte die Sprecherin nicht geben, da die Prüfung laufe.

"Auch die Stadtwerke warten derzeit auf eine Stellungnahme aus Düsseldorf. Holger Stephan, Sprecher der WSW, sagt: "Die Wagen wurden abgenommen, damit war die Sache für uns erledigt." Stephan ist sich sicher, dass die Piktogramme, die jetzt neben den Türen der Schwebebahn zu sehen sind und auf die Pendelbewegungen hinweisen, ausreichend sind. Sie entsprächen den gesetzlichen Vorgaben, sagt er.

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Die Verbraucherzentrale sagt zwar, dass die Stadtwerke grundsätzlich eine Verkehrssicherungspflicht gegenüber ihren Fahrgästen hätten. "Der kommen Sie nach, wenn auf etwaige Gefahrenquellen hingewiesen wird." Aber natürlich sei auch der Kunde gehalten, derartige Hinweise zu beachten und Sorge zu tragen, dass er sich angemessen sichert, wenn das erforderlich ist", so eine Sprecherin der Verbraucherzentrale. Die Hinweise sind aber weniger geworden. Und kleiner. In den alten Schwebebahnwagen hingen die Schilder in Großbuchstaben über den Türen. Es gab aber viele und zum Teil große Aufkleber - die seien eine "gewachsene Sache" gewesen, die sich eben über 40 Jahre angesammelt habe, sagt Stephan. Das habe man bei dem Entwurf der neuen Schwebebahnen angefasst und reduziert.

Auch wenn Franz-Reinhold Diepenbrock von einer Unfallgefahr beim Ein- und Aussteigen ausgeht - Zahlen, die das untermauern, gibt es nicht. Die Stadtwerke sind wegen eines Verletzungsfalls im Jahr 2000 verklagt worden und mussten knapp 30 000 D-Mark Schadenersatz bezahlen. Infolgedessen seien auch die Warnhinweise angebracht worden, sagte Stephan. Abgesehen davon seien aber keine Verletzungsfälle bekannt. Auch die Verbraucherzentrale und die Polizei wissen nicht um weitere Unfälle. Anja Meis, Sprecherin der Polizei, sagt, dass darüber keine gesonderte Statistik geführt werde, aber im Präsidium könne man sich nur an einen Unfall erinnern - mutmaßlich derselbe wie der oben genannte.

(RP)