Wuppertal: 74 Menschen am Norovirus erkrankt - zwei Krankenhäuser betroffen

Zwei Krankenhäuser betroffen : 74 Menschen in Wuppertal am Norovirus erkrankt

In Wuppertal gibt es mehr als 70 gemeldete Fälle des Norovirus. Dabei handelt es sich um den höchsten Stand seit Jahren. Angehörige von Erkrankten sollten auf Besuche verzichten.

In Wuppertal wurden in den vergangenen Wochen 74 Fälle des Norovirus gemeldet. Seit Anfang November seien die Erkrankungsfälle beim städtischen Gesundheitsamt gemeldet worden, teilte Amtsleiterin Ute Wenzel mit.

Von einem Trend oder einer Häufung wollte sie nicht sprechen. „Die Spitzen der Verlaufskurven der gemeldeten Norovirusinfektionen sind lokalen Ausbrüchen zuzuordnen“, sagte sie. Mit bislang 74 gemeldeten Fällen an 18 November-Tagen liegt die Anzahl an am Norovirus Erkrankten jedoch deutlich über den Zahlen der Vorjahre. Im November 2018 waren 23 Fälle gemeldet worden, 2017 zehn, ein Jahr zuvor 37.

In diesem Jahr erreicht der Krankenstand bei Norovirus-Patienten damit seinen bisherigen Höhepunkt: Im Oktober waren dem Gesundheitsamt 14 Fälle gemeldet worden, in den Sommermonaten gab es lediglich einstellige Fallzahlen. Im Januar 2019 hatte es mit 65 Meldungen den bis dato höchsten Wert in diesem Jahr gegeben.

In den vergangenen Jahren gab es in Wuppertal lediglich zwei Monate, in denen mehr Norovirus-Fälle gemeldet wurden: März 2016 (117 Fälle) und Dezember 2016 (88).

Nach Angaben der Stadt läuft der Ausbruch im Petrus-Krankenhaus noch. In der psychiatrischen Klinik in Wuppertal ist der Norovirus-Ausbruch hingegen beendet. „Bei einem Norovirus-Ausbruch finden keine Neuaufnahmen in der betroffenen Station mehr statt“, erklärte Ute Wenzel. „Besuche sollen möglichst unterbleiben.“

Das Wuppertaler Gesundheitsamt berät sich aktuell täglich mit den betroffenen Einrichtungen über den aktuellen Stand. Gemeinsam werden zu ergreifende Maßnahmen erwägt.

Der Norovirus macht sich durch starke Übelkeit und heftiges, schwallartiges Erbrechen bemerkbar. In vielen Fällen treten noch Kopfschmerzen auf. Die Patienten verlieren durch Durchfall und Erbrechen viel Flüssigkeit und Elektrolyte.

Die Viren werden im Stuhl des Patienten ausgeschieden. Auch beim Erbrechen geraten virushaltige Schwebeteilchen in die Luft. Die Ansteckung erfolgt über die Atmung oder die Haut. Besonders gefährdet sind demnach Menschen, die Gemeinschaftstoiletten benutzen. Doch auch verunreinigte Speisen und Gegenstände können zur Ansteckung führen.

Gegen den Norovirus gibt es keinen wirksamen Impfstoff. Regelmäßiges Händewaschen ist daher wichtig. Wenn Familienmitglieder bereits erkrankt sind, sollten Toiletten nur mit Handschuhen und Atemschutz gereinigt werden. In Altenheimen oder Krankenhäusern sollten Patienten weitgehend isoliert werden.

(mba)
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