Wuppertal: "We are Wuppertal": Die Stadt im Twitter-Modus

Wuppertal: "We are Wuppertal": Die Stadt im Twitter-Modus

Kai Sieper leitet die Adresse. Jede Woche kann ein anderer Einwohner sein Bild von der Stadt dort teilen.

Es ist eine Herzensangelegenheit für Kai Sieper. Der 35 Jahre alte Selbstständige ist Fan seiner Heimatstadt. Er liebt Wuppertal, spricht vom "Wuppertal-Gefühl", das ihn überfällt, wenn er von außerhalb wieder in die Stadt einfährt. Dieses Gefühl will er teilen und verbreiten. Aber nicht allein. Er hat Helfer. Über den Handy-Kurznachrichten-Dienst Twitter.

Sieper ist Leiter und Organisator des Twitter-Accounts "We are Wuppertal" - @WeareWuppertal - bei dem 52 Menschen je eine Woche lang den Account kuratieren - ihn also mit Leben füllen, mit ihrer eigenen Sicht auf ihre Stadt.

Das Prinzip nennt sich Rotation Curation, rotierende Kuration, und stammt aus Schweden, wo 2011 die Idee vom Tourismusbüro entwickelt wurde und schnell Nachahmer im Netz gefunden hat. Auch in Wuppertal. Sieper hat "das Projekt 2013 oder 2014" übernommen, sagt er. Es lief bereits. Auf der Seite lässt sich das aber nur bis Mitte 2016 zurückverfolgen. 2017 war es etwas eingeschlafen, soll jetzt aber wieder durchstarten.

Sieper sagt, er habe schon Kuratoren bis Anfang Juni verpflichtet und stehe in Kontakt mit weiteren. "Das ist schon eine Menge Akquise-Arbeit", sagt er. Die steckt er neben seinem Job darein. Ohne Förderung, ohne Einnahmen. "Ich mache das für die Sache", sagt er. Sein Ziel: Ich will gegen die blöden Vorurteile ankämpfen, das Wuppertal eine graue, öde, verregnete Stadt ist." Im Gegenteil will er zeigen, wie toll die Stadt ist. "Das sollen auch die Menschen in Düsseldorf, Köln und meinetwegen Peru wissen." Und es gebe eben viele Lokalpatrioten, die ihm dabei unter die Arme greifen.

Vorgaben, wie das auszusehen hat, gibt es keine. Die Kuratoren haben weitgehend freie Hand, können Lieblingsorte zeigen in Wort und Bild - oder auch ein Themengebiet beleuchten. Aktuell ist Dieter Hofmann Kurator und beschreibt die Finanzlage der Stadt und die Idee eines Bürgerhaushalts. Für ihn sei das eine gute Möglichkeit, sein Thema einem neuen Publikum zu präsentieren.

Denn der Kanal hat immerhin 1151 Follower, also Menschen, die sich das Geschriebene ansehen. Viele kommen aus Wuppertal. Andere etwa aus Holland oder Oldenburg. Vor allem denen will Sieper ein neues Bild von der Stadt zeigen, ein buntes, eigenes, individuelles. Sieper, der in Beyenburg aufgewachsen ist, hat die erste Woche genutzt, um die Wälder und die Wupper zu zeigen - das grüne Wuppertal. Im Laufe des Jahres will er noch eine Woche selbst gestalten - und sich unter anderem der kulinarischen Vielfalt in Barmen widmen. Die vielen internatonalen Märkte dort sind für ihn Lebensqualität - ein Stücke Wuppertal, das zu zeigen sich lohnt. Mehr gibt es im Netz auf: www.wearewuppertal.de www.twitter.com/WeareWuppertal

(RP)