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Wuppertal: Uni erstrahlt im "MetaLicht"

Wuppertal : Uni erstrahlt im "MetaLicht"

Am 22. Oktober geht das Lichtkunst-Projekt von Künstler Mischa Kuball für die Bergische Uni an den Start. Es illuminiert die Silhouette der Hochschule und sendet mit dynamischen Lichtbändern Lichtzeichen in die Stadt.

Die Lichtleisten und LED-Birnchen sind auf 700 Metern installiert, nun laufen die ersten Proben für Mischa Kuballs Lichtkunstprojekt "MetaLicht" für die Wuppertaler Universität. Zum 40. Geburtstag, den die Hochschule in diesem Jahr feiert, beschert der Düsseldorfer Künstler der Bergischen Uni ein besonderes Projekt mit "Strahlkraft" in die Region. Am 22. Oktober geht es um 20 Uhr erstmals in Betrieb. Ab dann soll das Licht jeden Abend Zeichen senden in die Stadt.

Erste Tests laufen

"Erste Tests haben gezeigt, dass das Licht 15 Kilometer weit zu sehen ist", sagt Mischa Kuball, Professor an der Kunsthochschule für Medien in Köln. Er freut sich auf den Start, wenn die "Gesamtkomposition" endlich wahrnehmbar wird. Denn "MetaLicht" besteht aus dynamischen Lichtbändern, die in wechselnden Formen die Silhouette der Bergischen Uni herausstellt. Für Kuball steht dieses hellweiße Licht für den Wissentransfer und soll die Uni näher an die Stadt rücken. Kuball: "Immer wenn man abends zur Uni schaut, wird sie anders aussehen."

Die neun oktagonalen Türme der 70er-Jahre-Architektur werden durch das Licht hervorgehoben, mal in horizontalen, mal in vertikalen Linien, die sich ständig verändern. "Der Computer schafft fast 40 000 Programmschritte, für den Betrachter wird sich also nichts wiederholen", erklärt der internationale renommierte Künstler, der in unserer Region durch die Projekte "Lichtzeichen" am Mannesmann-Hochhaus in Düsseldorf und durch die Illumination der Synagoge Stommeln auf sich aufmerksam machte. Wenn das Licht immer gleich wäre, würde es nicht mehr wahrgenommen.

Licht, dieses flüchtige Medium, hat Kuball schon früh fasziniert, vor allem in Bezug auf die neuronalen Strukturen, die dieser Reiz im Gehirn auslöst: "Das ist ein unglaublich komplexes Universum." Gerade hat er das Buch "Platons Spiegel" herausgegeben, in dem sich Autoren wie Bazon Brock oder Peter Sloterdijk über die Aktualität des Höhlengleichnisses auslassen, inspiriert durch Mischa Kuballs Projektionen und Fotos, die ebenfalls im Buch abgebildet sind. Kuball interessiert die Vielfältigkeit der Information, die durch Licht im Kopf des Betrachters entsteht, auch durch die Dinge, die Schatten werfen.

Vor allem Uni-Rektor Lambert T. Koch ist es zu verdanken, dass dieses einzigartige Projekt in Wuppertal realisiert wird. Er hatte die Idee, Mischa Kuball zu engagieren, und hat Sponsoren in der Wirtschaft gefunden, die die Kosten von fast einer Million Euro für "Meta-Licht" aufbringen (siehe Interview).

Windturbinen sorgen für Strom

Dass das Projekt für die Uni keine zusätzlichen Kosten bringt, dafür sorgen auch drei Windturbinen. Das Thema Energie wird für Kuballs Arbeiten immer wichtiger. Ein entsprechendes Konzept zu entwickeln gehörte bei "MetaLicht" dazu, gerade weil es eine dauerhafte Installation ist. Für den Künstler soll es dazu anregen, über Ressourcen nachzudenken und über die Uni als Impulsgeber.

Zu Wuppertal hat der 53-Jährige eine Beziehung seit seiner Kindheit. Seine Mutter besuchte die Gehörlosenschule und besucht gerne Freunde in der Stadt. "Ich liebe die Schwebebahn und den Zoo", sagt Kuball. Und das Tanztheater von Pina Bausch, deren Stücke er seit 1977 verfolgt. Die Stadt besitze eine rege freie Kulturszene, auf die sie stolz sein kann, meint Kuball. Er selbst sieht sich und sein Projekt als Katalysator, der Prozesse in Gang setzen soll: "Die Menschen beschäftigen sich wieder mit der Uni."

(RP)