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Wuppertal: Transparenz zwischen Bürgerhaus und Fabrik

Wuppertal : Transparenz zwischen Bürgerhaus und Fabrik

Der Glasbau für das Historische Zentrum bekommt einen Treppenturm, aber nur eine Etage.

Das Historische Zentrum wächst baulich zusammen: Ein flaches Glasgebäude soll ab 2020 das Engelshaus mit der Kannegießer'schen Fabrik verbinden. Der aktuelle Vorentwurf hat zwei Etagen weniger als das erste Modell von 2015.

In dem gläsernen Bau soll die Anlaufstelle für alle chinesische Touristen in NRW entstehen. Deshalb soll das Wirtschaftsministerium in Düsseldorf den Bau fördern, der Antrag muss bis Ende des Jahres gestellt sein. Die Stadt selbst hat im Haushaltsentwurf für das gesamte Projekt - inklusive Grundsanierung des Engelshauses und neuer Museumskonzeption für das komplette Historische Zentrum - 2,1 Millionen Euro vorgesehen. Im Kulturausschuss brachte dessen Vorsitzender Rolf Köster (CDU) jetzt die Idee auf, das Begrüßungszentrum gemeinsam mit Chinesen zu bauen.

Den aktuellen Planungsstand stellte Michael Neumann, Projektmanager des städtischen Gebäudemanagements Wuppertal (GMW), den Ausschussmitgliedern vor. Er hob hervor, dass die angrenzenden Fassaden und die Schwebebahn durch den transparenten Bau gut sichtbar seien. Der Treppenturm an der Kannegießer'schen Fabrik wird abgerissen und durch einen gläsernes Treppenhaus über drei Etagen ersetzt. Die Technik für den Kubus soll in einem 150 Quadratmeter großen Sockel vor der Fabrik verschwinden. Ins Visier gerät auch der große gepflasterte Hof zwischen Historischem Zentrum, Café Ankerpunkt und dem Theater am Engelsgarten. Kulturdezernent Matthias Nocke (CDU) sagte: "Dort soll mehr stattfinden als bisher."

Die Grünen hatten bereits Anfang November eine große Anfrage unter anderem zum künftigen museumspädagogischen Konzept gestellt. Nocke erklärte, es stehe bisher zwar eine grundsätzliche Konzeption, nicht aber ein konkretes Konzept für die Didaktik und die Einrichtung. Unterschiedliche Ansichten herrschten darüber, wann das Jubiläumsjahr zu Engels' 200. Geburtstag beginnen soll - und dann auch das derzeit geschlossene Engelshaus wiedereröffnet wird: mit dem 1. Januar 2020 oder mit dem Geburtstag des Fabrikanten und Revolutionärs am 28. November 2020? Letzteres schlägt die Verwaltung vor, die damit elf Monate für den Umbau gewinnt. Die Mitglieder des Kulturausschusses drängten jedoch darauf, den Bau bis Anfang 2020 fertigzustellen. Matthias Nocke: "Wir tun, was wir können."

Zustimmung zu den Plänen zur Weiterentwicklung kommt von der SPD-Fraktion. "Das neue Konzept begrüßen wir ausdrücklich", so Bürgermeisterin Ursula Schulz, kulturpolitische Sprecherin der SPD-Ratsfraktion. "Vor allem im Hinblick auf das Jahr 2020, in dem auch Wuppertal den 200. Geburtstag Friedrich Engels' feiern wird, ist dies ein richtiger und wichtiger Schritt zur Aufwertung des Historischen Zentrums in Barmen."

"Damit wird ein neuer touristischer Anziehungspunkt in Wuppertal entstehen", ist sich auch Klaus Jürgen Reese, Vorsitzender der SPD-Fraktion und Sprecher im Ausschuss für Stadtentwicklung, sicher.

(RP)