Kamera-Bilder aus der Wurfbox: Tigerbaby-TV im Wuppertaler Zoo

Kamera-Bilder aus der Wurfbox : Tigerbaby-TV im Wuppertaler Zoo

Ende Juni sind im Wuppertaler Zoo vier Sibirische Tiger geboren worden. Jetzt hat der Zoo den niedlichen Nachwuchs der Öffentlichkeit vorgestellt. Über eine Kamera können Zoobesucher sie in ihrer Wurfbox beobachten.

Für den Wuppertaler Zoo ist es eine publikumswirksame Attraktion, die allerdings vorläufig nur per Monitor zu beobachten ist: Tigerweibchen Mymoza hat vier Jungtiere geboren. Sie kamen vor zwei Wochen zur Welt, wie der Zoo nun mitteilte, und befinden sich mit der Mutter in der Wurfhöhle, abseits der anderen Tiger. Ab und zu leckt die Mutter den Jungen übers gestreifte Fell. Die Kleinen schlafen hauptsächlich. Mehrmals pro Tag tapsen sie noch halbblind herum, um bei der der Mutter zu säugen. Nach Eisbärmädchen Anori und den drei Schneeleopardenjungen kann der Zoo somit einen weiteren Zuchterfolg verbuchen.

"Toll, dass es vier Tigerbabys sind", freut sich Zoo-Tierarzt Arne Lawrenz. Das würde die Chance erhöhen, dass die Jungen überleben. "Sie bearbeiten die Brust der Mutter stärker, das regt den Milchfluss an", erklärt der Tierarzt. Denn 2010 hatte Mymoza bereits Nachwuchs geboren. Nachdem das eine Junge starb, vernachlässigte die Mutter die kleine Tschuna: Sie musste per Hand aufgezogen werden.

Vier Stunden dauerte die Geburt der vier sibirischen Tiger. Ob es Männchen oder Weibchen sind, kann der Tierarzt noch nicht sagen, denn bisher hat er die Jungen weder berührt noch untersucht. Wann die Raubkatzen das Außengehege betreten und sich den Besuchern präsentieren, steht noch nicht fest. "Sie machen sich bemerkbar, wenn sie ihre Umgebung erkunden wollen." Lawrenz schätzt, dass es noch acht Wochen dauert. Im Außengehege bleibt der Nachwuchs getrennt von den anderen Tigern. Selbst Vater Wassja wird seine Sprösslinge wohl nicht zu Gesicht bekommen - auch mit Mymoza verbrachte er nur ein kurzes, aber offensichtlich effektives Date, bevor die beiden Tiger wieder getrennt wurden.Amur-Ussuri-Gebiet leben nur noch etwa 200 Exemplare.

Im Wuppertaler Zoo hat es außerdem zum ersten Mal in der 131-jährigen Geschichte Nachwuchs bei den Roten Varis, einer Affenart, gegeben.

(mm)