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Wuppertal: "Pina" ist der neue Star im Wuppertaler Zoo

Wuppertal : "Pina" ist der neue Star im Wuppertaler Zoo

Noch sind ihre Schritte etwas unsicher, und immer wieder gerät sie ein wenig ins Straucheln. Elefantenkalb Pina erforschte am Montagmorgen im zarten Alter von 29 Stunden zusammen mit der restlichen Elefantenherde, zu der auch ihre Mutter Punda gehört, das erste Mal das Außengehege der Elefantenanlage.

Nach der Geburt am Sonntagmorgen um 5.38 Uhr ist es auch das erste Mal, dass die Öffentlichkeit einen Blick auf das etwa hundert Kilo schwere Jungtier werfen kann. Begleitet vom unaufhörlichen Klackern der Fotoapparate, den entzückten "Ohs" und "Ahs" der Besucher, wenn Pina von ihrer Mutter mit dem Rüssel gestützt wird, und ganz vielen neugierigen Blicken wird es dem kleinen "Wonneproben" bald zu viel, und so zieht sich Pina etwas scheu in die Mitte der erwachsenen Elefanten zurück.

"Wir freuen uns sehr über unseren neuen Nachwuchs", sagt Zoo-Kurator und Biologe André Stadler. Mit der dritten Geburt von Punda, die auch schon die Kälber Bongi und Shawu zur Welt brachte, darf sich der Wuppertaler Zoo darüber freuen, die erfolgreichste afrikanische Elefantenzucht in Europa zu betreiben. Dass der knapp einstündigen Geburt viele anstrengende Tage vorausgingen, hat vor allem das sechsköpfige Team der Elefantenpfleger zu spüren bekommen. Seit dem 18. Juni hielten die Pfleger in den Nächten abwechselnd Elefantenwache. Kurz bevor es dann soweit war, war sogar das gesamte Team samt einem Tierarzt anwesend.

Doch Punda machte es spannend und stellte mit 674 Tagen Tragzeit einen Rekord auf: Länger hat noch keine Elefantenkuh in Europa ihr Kalb getragen. Dann ging es jedoch ganz schnell — und unkompliziert. "Niemand musste eingreifen", sagt Stadler. Punda habe sich in das Außengehege begeben, wo es ohne jedes Problem zur Geburt gekommen sei. Schon eine Stunde später stand Pina auf noch wackligen Beinen und suchte die Zitzen der Mutter. "Es ist vor allem in der Wildnis sehr wichtig, dass Elefantenkälber schnell aufstehen, um trinken und fliehen zu können", erklärt Stadler.

Die Geburt war zudem ein ganz besonderes Geschenk für die 33-jährige Elefantenpflegerin Vanessa Hagedorn, die am Sonntag Geburtstag hatte. Deswegen bekam Pina auch den inoffiziellen Doppelnamen "Pina-Nessie". "Es ist für mich eine absolute Ehre", sagt die Tierpflegerin, die dafür aber auch einiges getan hat. "In den letzten Nächten vor der Geburt war vor Aufregung kaum noch an Schlaf zu denken", berichtet Hagedorn.

Jetzt kann es das Pflegerteam wohl erst einmal wieder ruhiger angehen lassen. "Punda ist eine erfahrene Mutter. Sie weiß, was sie tut", sagt Stadler. Doch nicht nur die Elefanten-Mutter kann der kleinen Pina helfen, auch ihre Geschwister Bongi und Shawu dürften dem Neugeborenen gute Vorbilder sein. So ahmt Pina gleich ihren Bruder Shawu nach und versucht Zweige mit dem Rüssel zu greifen. An solchen Szenen dürfen sich die Zoo-Besucher ab jetzt erfreuen. Sie können Pina ganz normal mit den anderen Elefanten auf der Anlage sehen.

(hathi)