Wuppertal: Ohne Talstation keine Seilbahn

Wuppertal: Ohne Talstation keine Seilbahn

Am 10. Juli stimmt der Rat ab. Der Grund für die Talstation gehört der Bahn.

Am 10. Juli könnte der Rat das 82,7 Millionen Euro teure Seilbahnprojekt auf den Weg bringen. Einen Haken hat die Sache allerdings, denn die Wuppertaler Stadtwerke als Planer und Bauherr sind nicht im Besitz des Geländes am Hauptbahnhof, der als einziger Standort für die Talstation infrage kommt.

"Stellt uns die Bahn das gewünschte Gelände, auf dem derzeit das zentrale Fundbüro der Bahn untergebracht ist, nicht zur Verfügung, dann wird es keine Seilbahn geben", sagt Andreas Feicht, Vorsitzender der Geschäftsführung der WSW. Feicht ist zuversichtlich, dass die WSW mit der Bahn zu einer Einigung kommen. Die Bahn hingegen erwarte ihrerseits einen Ratsbeschluss.

Hier beißt sich die Katze allerdings in den Schwanz, denn in ein kostenaufwendiges Planfeststellungsverfahren will die Stadt vor der Klärung der entscheidenden Grundstücksfrage nicht einsteigen. Eine Lösung könnte ein Ratsbeschluss unter Vorbehalt sein. Dem Beginn des Planfeststellungsverfahrens für die Seilbahn würde der Rat demnach erst dann zustimmen, wenn das Gelände für die Talstation zur Verfügung steht.

In der Maisitzung wurde das Thema wieder von der Tagesordnung genommen, weil es in fast allen Parteien noch Klärungsbedarf gab. Der Abstimmungsprozess bei SPD und CDU ist noch nicht abgeschlossen.

Konstanten Gegenwind für die Seilbahn gibt es von dem Verein "Seilbahnfreies Wuppertal". Die Seilbahngegner zweifeln die Aussagekraft der drei vorliegenden Gutachten zur Effektivität dieses Verkehrsmittels in Wuppertal an und kritisieren unter anderem die Kosten sowie eine geplante Ausdünnung des Busnetzes.

Der Stadtmarketingverein "Wuppertal aktiv" spricht sich dagegen für die Seilbahn aus: "Wir sehen eine herausragende Chance der Attraktivitätssteigerung unserer Stadt. Der Bau der Seilbahn ist ein deutliches Zeichen der Innovationskraft und des Mutes Wuppertals und unterstreicht den spürbaren Aufbruch in unserer Stadt", heißt es in einer Erklärung zum Projekt.

(RP)