Wuppertal: Musikalische Reise durchs Luisenviertel

Wuppertal: Musikalische Reise durchs Luisenviertel

21 Bands an neun Orten: "Viertelklang" beschert den Besuchern die Qual der Wahl. Oder er lässt sich einfach treiben.

Ein Abend, ein Stadtviertel und Dutzende von Musikern: "Viertelklang" verwandelt das Luisenviertel morgen einen Abend lang in eine große Bühne mit breitgefächertem Programm. Die beiden Vorgängerausgaben, einmal im Luisenviertel und einmal in Oberbarmen, lockten zusammen 1300 Besucher an, die vom Konzept durchweg begeistert waren. "Wir sind zuversichtlich, dass wir wieder einen großen Erfolg feiern werden", meint Monika Heigermoser vom Kulturbüro Wuppertal, von der das Konzept stammt.

Judith Genske, Andre Enthöfer und Thorsten Schäffer – um 24 Uhr im Ort. Foto: Viertelklang

Die Idee hinter "Viertelklang" ist so einfach wie genial: An verschiedenen Veranstaltungsorten treten jeweils für 30 Minuten Bands und Solo-Künstler auf. Die Besucher können sich treiben lassen oder sich gezielt Konzerte heraussuchen. Dadurch bekommen sie ein breites Angebot verschiedener Stile zu hören.

Das Luisenviertel gilt als Heimat des Jazz im Tal. Peter Brötzmann und Peter Kowald starteten von hier ihre Weltkarrieren. "Wir wollen aber auch Stile in den Stadtteil holen, die dort sonst nicht zu hören sind", erklärt Heigermoser. Dazu gehören etwa die Rockkonzerte von Gruppen wie "Wildfire". Die sieben Musiker setzen auf eine Mischung aus Rock, Folk und Blues. "Jazzpension", die 20-köpfige Bigband der Bergischen Musikschule, wird hingegen typische Kost fürs Luisenviertel bieten. Dabei stehen die jungen Musiker für beste Qualität: Inzwischen gilt "Jazzpension" als die hiesige Talentschmiede für Jazzer schlechthin.

Unkonventionell und mit einer ganz eigenen Note präsentieren die Musiker von "Kazda" ihren Jazz. Garniert mit eine Prise Funk und elektronischen Spielereien unterstreichen die fünf Musiker, dass sie einen guten Ruf in der Musikszene genießen und für alles stehen, nur nicht für langweiligen Standard. So war Saxophonist Armin Tretter etwa Gründungsmitglied der Kölner "Saxophonmafia" und spielte mit Musiklegende Kurt Edelhagen zusammen.

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"chor:us!", ein wild gemischtes Chorprojekt unter Leitung von Hari Popp, hat sich den "Swinging Sixties and Seventies" verschrieben. Von Cat Stevens über die Beatles bis zu den Les Humphries Singers setzt der Chor auf Ohrwürmer, denn: Singen bedeutet Stressabbau, lautet das Credo. Da das viele Besucher anlocken dürfte, treten die Sänger in der Sophienkirche auf.

Doch es kommt bei "Viertelklang" nicht nur auf die Musik an. Es geht auch darum, die Stadtteile und deren kulturelle Einrichtungen in Bevölkerungsschichten bekannt zu machen, die sie nicht kennen. "Einmal fragte man mich, ob man wirklich in die Sophienkirche zum Konzert hineingehen kann", erinnert sich Heigermoser an ein Erlebnis vor zwei Jahren. Außer der Kirche sind als Veranstaltungsorte unter anderen auch das Katholische Stadthaus, das Finanzamt Elberfeld, die Buchhandlung Mackensen, die Bergische Volkshochschule und die Laurentiuskirche vertreten.

Weil "Viertelklang" in diesem Jahr als Gemeinschaftsprojekt aller drei bergischen Städte konzipiert wurde und der Konzertreigen auch in Remscheid und Solingen in Stadtteilen umgesetzt wird, erhielt das Projekt Fördergelder vom Land NRW. "Es war eine gute, fruchtbare Zusammenarbeit", meint Heigermoser. Weitere Informationen auf: www.viertelklang.de

(RP)
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