Wuppertal: Mehr Studienabbrecher an der Uni

Wuppertal: Mehr Studienabbrecher an der Uni

Erstsemester haben häufig falsche Vorstellungen vom gewählten Studium.

Soll es Maschinenbau sein, Wirtschaftswissenschaften oder vielleicht soziale Arbeit? Oder doch besser ein Lehramts-Studium? Diese Entscheidung fällt jungen Menschen offenbar immer schwerer. Von allen Studienanfängern, die heute in den Erstsemestervorlesungen sitzen, kommt nur rund die Hälfte direkt von der Schule. Die anderen haben entweder ihr Fach gewechselt oder die Universität.

Die Zahlen dazu haben sich in den vergangenen Jahren deutlich verschärft: 2001 waren von 2912 Studienanfängern der Bergischen Universität noch 1836 in ihrem ersten Hochschulsemester. 2015 waren es von 6511 nur noch 3027. Landesweit sieht es ähnlich aus.

Prof. Andreas Frommer, Prorektor für Studium und Lehre der Bergischen Universität, sieht mehrere Faktoren für diese Unentschiedenheit: "Immer mehr Abiturienten aus Familien ohne akademischen Hintergrund studieren." Diese haben oft weniger Einblick in die Studienfächer und daraus folgende Berufe und weniger Unterstützung von zu Hause. Während Ende der sechziger Jahre nur zehn Prozent eines Jahrgangs studierten, sind es heute 50 Prozent.

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Außerdem merken viele Studierende nach ein oder zwei Semestern, dass ihr Lieblingsfach aus der Schule an der Universität ganz andere Anforderungen stellt. Gerade Lehramtsstudenten wechseln relativ häufig noch eines ihrer Fächer.

"Unsere Studienberatung bietet allen Schulen in der Region Sprechstunden an und zu unseren Schüler-Info-Tagen zu Jahresbeginn kommen 5000 Besucher", erklärt Frommer. Selbst Grundlagen seien heute zu Studienbeginn nicht selbstverständlich: "Ich hätte gerne, dass die Studenten sicher bruchrechnen können", seufzt Frommer. Auch Christine Hummel, Leiterin der Zentralen Studienberatung, hat in vielen Gesprächen festgestellt: "Mathe ist häufig eine Hürde." Manche Studienanfänger informieren sich auch wenig und verpassen etwa die angebotenen Vorkurse im September. An der Uni wünscht man sich, dass die Schüler die vielen Beratungsangebote nutzen.

(RP)