Wuppertal: Hauptbahnhofs-Mall öffnet am 30. Juli

Wuppertal : Hauptbahnhofs-Mall öffnet am 30. Juli

Am selben Tag geht um 10 Uhr das Parkdeck unter dem Busbahnhof in Betrieb. 26 Millionen Euro hat die Stadt Wuppertal für die Mall ausgegeben. Das Primark-Gebäude wird frühestens im ersten Halbjahr 2019 eröffnet.

Auf einem Rundgang über die Baustelle Döppersberg legte sich Oberbürgermeister Andreas Mucke jetzt fest: Die Mall am Hauptbahnhof wird am Montag, 30. Juli, um 10 Uhr für die Besucher geöffnet. Gleichzeitig geht das Parkdeck in Betrieb. Die Zufahrt zu den beiden Parkebenen erfolgt über die Straße Döppersberg, die sieben Jahre nach ihrer Sperrung wieder durchgängig befahrbar sein wird. Bei der gestrigen Baustellenbesichtigung versperrte noch ein Bauzaun den Durchgang in die Mall, wo bisher nur ein Teil der Ladenlokale bezogen worden ist. Auch die Bahn, der neue Eigentümer und Betreiber der Mall, wird dort voraussichtlich erst im November ihr neues Reisezentrum beziehen.

Mucke sieht die Eröffnung der Mall im geplanten Zeitrahmen als einen großen Schritt hin zur Fertigstellung des Döppersbergs. Die Eröffnung der Mall ermöglicht die Inbetriebnahme des Parkdecks mit 250 Plätzen, was zu einer wesentlichen Entspannung bei der Parkplatzsuche rund um den Hauptbahnhof beitragen wird.

In den zurückliegenden Jahren gab es nur im Umfeld der Bahnhofstraße einige Parkplätze in Bahnhofsnähe. Ab dem 30. Juli sind es von den Parkplätzen im Parkdeck nur ein paar Schritte in die Mall - und von dort ist es nur noch ein relativ kurzer Weg zu den Bahnsteigen.

Die untere Parkebene weist am Eingang zwei Zufahrten auf. Die eine Fahrspur führt zu den gebührenpflichtigen Parkplätzen. Die Stadtwerke kündigten marktübliche Preise an. Die zweite Parkspur führt zu zehn kostenfreien "Kiss-and-Ride-Parkplätzen". Wer Freunde oder Verwandte am Bahnhof absetzen oder sie von dort abholen will, der kann dort maximal zehn Minuten kostenfrei parken. Außerdem wird am 30. Juli die Fahrt mit dem Taxi bis zur Mall möglich sein. Aktuell halten die Taxis an einem provisorischen Halteplatz an Gleis 1, der nur über die Bahnhofstraße angefahren werden kann.

"Die städtischen Vorhaben werden im Zeitrahmen alle fertig", sagt Projektleiter Udo Lauersdorf. Dagegen ist mit der Eröffnung des Primark-Gebäudes frühestens im ersten Halbjahr 2019 zu rechnen, das FOC in der Bahndirektion wird noch länger auf sich warten lassen. Die Stadt hat vorgelegt, muss aber eingestehen, dass bis Ende 2018 die Arbeiten "der Externen" am Döppersberg nicht fertig sein werden.

Verärgert ist Andreas Mucke vor allem über die Bahn. "Wir schaffen hier mit öffentlichen Mitteln ein großstädtisches Entrée, aber die Bahn versucht zu sparen", sagt der Oberbürgermeister mit Blick auf die alte Anzeigetafel, die während des Umbaus eingemottet worden war, und jetzt in der neuen Mall wieder an der Wand hängt. "Die Tafel ist zu klein und zeigt nur die Züge der nächsten 20 Minuten an", kritisiert Mucke und fordert eine größere Anzeigetafel.

26 Millionen Euro hat die Stadt aus eigener Kasse verbaut, da ist der Ärger verständlich. Die 2007 zwischen Stadt und Bahn getroffenen Vereinbarungen sehen vor, dass die Stadt die Mall baut und die Bahn als Betreiber für die Sicherheit und Sauberkeit aufkommt sowie die Vermietung der Ladenlokale übernimmt. Dass die Bahn Gepäckschließfächer eingebaut hat, die schon Jahrzehnte auf dem Buckel haben und lediglich mit einem Farbanstrich versehen wurden, bezeichnete Mucke als "Frechheit". Ob die Bahn reagiert, bleibt abzuwarten. Schriftliche Vereinbarungen über den Umbau gibt es nicht.

(RP)
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