Wuppertal: Der Wuppertaler Bariton Thomas Laske singt in China

Wuppertal: Der Wuppertaler Bariton Thomas Laske singt in China

Der Wuppertaler Bariton Thomas Laske (Foto: Andreas Fischer) kommt herum. Mit Messias trat er in der Elbphilharmonie auf. Weitere spannende Eindrücke sammelte er gerade in China. Drei Wochen gab er in Peking den Grafen Danilo in der Lustigen Witwe. Die Proben im National Center for the Performing Arts seien deutlich kompakter als in Deutschland, wo oft wochenlang eine Inszenierung erarbeitet wird. "Im Ausland geht das viel schneller. Da kommt der Regisseur mit einem fertigen Bild im Kopf hin", erklärt Laske.

An deutschen Häusern vermisst er manchmal diese Zielstrebigkeit. Arbeitssprache im aus europäisch-chinesisch gemischten Team war Italienisch. Bei Dialogen habe er auch in der Aufführung Deutsch gesprochen, was die einheimischen Sänger dann noch einmal auf Chinesisch umschrieben haben. Dazu habe es chinesische Übertitel gegeben. Interessant fand er die Reaktion des Publikums am Ende: Der Applaus war kurz, aber heftig. "Die Hälfte der Zuschauer konnte nicht applaudieren, weil sie mit ihren Handys filmten."

Dieses Jahr erwarten Laske neben Auftritten in Wuppertal noch Konzertreisen nach Moskau und Madrid sowie die Herrenchiemseefestspiele. Neben lang geplanten Konzert- und Opernauftritten erreichen Thomas Laske immer wieder kurzfristige Anfragen. "Einmal lag ich in der Badewanne, als um 11 Uhr die Bayerische Staatsoper anrief, weil für abends ein Sänger ausgefallen war. Um 14 Uhr saß ich im Flugzeug nach München, mit dem gefaxten Text auf dem Schoß." Oder das Düsseldorfer Opernhaus meldete sich um 14 Uhr, ob er abends den Onegin singen könne? "Dann ist man auf die Hilfe der Kollegen angewiesen, dass die einen auf der Bühne herumschieben."

(tah)