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Wuppertal: Das Tal als Tango-Hochburg

Wuppertal : Das Tal als Tango-Hochburg

Vom 28. bis 30. September wird Wuppertal zum Treffpunkt der Tanzwütigen aus aller Welt. Zum 15. Mal steigt der große Ball Tango Argentino in der Stadthalle, bei dem auch Nicht-Tänzer auf ihre Kosten kommen.

Das letzte September-Wochenende gehört traditionell dem Tango in Wuppertal. Und so findet vom 28. bis 30. September schon der 15. Ball Tango Argentino statt. Erfahrungsgemäß ist dies ein großes Ereignis, zu dem jedes Jahr 1500 Tanzbegeisterte aus der ganzen Welt in die Stadthalle pilgern. Der Ball ist wie immer eingebettet in ein großes Rahmenprogramm, bei dem sich der Barmer Bahnhof und das Café Ada in Tango-Treffpunkte verwandeln.

Auch diesmal treffen die Kartenbestellung wieder von weit her ein, berichtet Carsten Heveling. Er ist der Wuppertaler Mr. Tango und hat das Festival 1998 aus der Taufe gehoben. "Wir haben Bestellungen aus Israel, Russland, USA, Baltikum und Istanbul vorliegen", erklärt der 45-Jährige. Es gebe nur wenige Tango-Bälle dieser Größe. "Deshalb spricht sich so ein Ereignis in der Szene rum", sagt er. Außerdem sei der Ball mit Konzert und Show in der Stadthalle auch für Nicht-Tänzer interessant und biete viele Schauwerte — ein erfolgreiches Konzept, das man nach 15 Jahren nicht ändern wolle, so Heveling.

Tanz bis in den Morgen

Der Ball Tango Argentino startet am 29. September um 20.30 Uhr. Das Finale ist für 4.30 Uhr geplant. Die Ballnacht beginnt mit einem Konzert, bei dem die ausgezeichnete Akustik der Stadthalle wieder zur Geltung kommt. Ein Tango-Orchester aus Argentinien präsentiert klassische Arrangements, bevor das 22-köpfige Gran Orquesta Tipica Otra aufspielt — das größte Tango-Orchester Europas. Es setzt sich aus Studenten und Lehrern des Departements für Argentinischen Tango des Musik-Konservatoriums von Rotterdam zusammen. Carsten Heveling: "Wir sind froh, dass wir auch Nachwuchsmusikern die Möglichkeit geben können, bei uns aufzutreten."

In Showeinlagen, die über den Abend verstreut stattfinden, zeigen die Tanzpaare Alexandra Baldaque und Fernando Jorge aus Portugal sowie Alejandra Heredia und Mariano Otero aus Spanien und Argentinien ihr Können. Im anschließenden Ball verwandeln die Tänzer den Saal in eine große Bühne. Als Unterbrechung werden die beiden Tänzer aus Argentinien, Belen Giachello und Diego "El Pajaro", ihre Kunst vorführen. Sie können hochdramatisch tanzen, zeigen aber auch die Komik, die in jeder Begegnung zwischen Mann und Frau liegt. Parallel zur großen Tanzfläche im Saal legen die DJs Isabella Cremer und Iwan Harlan in der "Neo Tango Flavour Lounge" auf. Zum Start ins Tango-Wochenende gibt es im Barmer Bahnhof bereits am Freitag, 28. September, eine klassische Milonga, eine Tanznacht mit Showeinlagen, bei der ebenfalls das Essen inklusive ist.

Einige Südamerikanerinnen kochen ehrenamtlich, der Erlös kommt Hilfsprojekten zugute. "Der Barmer Bahnhof mit seinen Balkonen eignet sich bestens für Milonga", meint der Organisator. Schließlich geht es beim kommunikativen Tango auch ums Sehen und Gesehenwerden. Der Milonga findet erst zum zweiten Mal statt. Er wurde vergangenes Jahr so gut angenommen, dass er fest ins Programm aufgenommen wurde. Am Sonntag-abend klingt das Tango-Wochenende mit "Milonga clasica" und Showeinlagen im Café Ada aus. Das Café Ada ist schon seit Jahren ein Treffpunkt der Tangoszene im Tal.

(RP)