1. NRW
  2. Städte
  3. Wuppertal

Corona Wuppertal, Aachen, Hagen: NRW-Städte überschreiten Grenzwert von 50

Steigende Zahlen in NRW : Wuppertal, Aachen und Hagen überschreiten Corona-Grenzwert von 50

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Nordrhein-Westfalen nimmt weiter deutlich zu. Am Mittwoch meldete das Landeszentrum Gesundheit landesweit 25,4 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen – so viele wie zuletzt Mitte April.

Damit steht NRW nach Zahlen des Robert-Koch-Instituts (RKI) an der Spitze aller deutschen Flächenländer. Von den 53 Kreisen und kreisfreien Städten im Land ist in fast jedem fünften Verwaltungsgebiet die Vorwarnstufe von 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen überschritten. Ab diesem Wert gelten in NRW bereits Einschränkungen etwa für private Feiern, Fußball-Bundesligaspiele müssen ohne Zuschauer stattfinden.

Besonders betroffen war nach offiziellen Zahlen des RKI vom Mittwoch weiterhin die Stadt Hamm, die mit 77,8 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in einer Woche auch bundesweit weiterhin an der Spitze stand. Auch Remscheid lag mit einem Wert von 59,3 weiterhin über der wichtigen Grenze von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einer Woche. Ab diesem Wert müssen die Behörden in NRW zwingend weitergehende Einschränkungen für das öffentliche Leben erlassen.

Auch in Hagen, Aachen und Wuppertal ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen über die entscheidende Schwelle von 50 gestiegen. Nach der jüngsten Übersicht des RKI betrug am Donnerstag der Wert im etwa 190.000 Einwohner zählenden Hagen 56,2. Im rund 257.000 Einwohner zählenden Aachen liege die Kennziffer aktuell bei 50,2. 138 aktive Fälle seien zu verzeichnen, teilte der gemeinsame Krisenstab von Stadt und Städteregion Aachen am Donnerstagvormittag mit. Damit träten zahlreiche Maßnahmen in Kraft: Feiern mit mehr als 25 Teilnehmern sind genehmigungspflichtig. Die Gästezahl darf 50 nicht überschreiten.

Die über 360.000 Einwohner zählende Stadt Wuppertal teilte zudem auf ihrer Internetseite mit, dass mit Stand Mittwochabend der Wert von 50 überschritten wurde. Ein Stadtsprecher berichtete am Donnerstagmorgen, dass der Wert der sogenannten Sieben-Tage-Inzidenz bei 53,24 liege. Seit Ende September seien die Zahlen in Wuppertal wieder gestiegen. Als ein zentrales Ereignis werde dabei eine Garagenparty von Studenten gesehen, bei der über 50 Personen gefeiert hätten, sagte der Sprecher der Deutschen Presse-Agentur. Der Krisenstab werde am Donnerstagmorgen über Maßnahmen beraten.

Im Bereich zwischen 40 und 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in den vergangenen sieben Tagen lagen am Donnerstag laut RKI Solingen mit 47,7, Gelsenkirchen mit 45,8, Köln mit 45,4 und Duisburg mit 42,1.

Vor diesem Hintergrund plant das Land NRW derzeit aber keine weiteren Verschärfungen bei den Schutzmaßnahmen. Statt neuer sollen die derzeitigen Regelungen stärker durchgesetzt werden, wie eine Sprecherin des NRW-Gesundheitsministeriums sagte. „Die Landesregierung beobachtet das Infektionsgeschehen fortlaufend und befindet sich mit den besonders betroffenen Kommunen im Austausch“, teilte das Ministerium am Mittwoch mit.

Nach Angaben der Stadt geht die Zahl der Neuinfektionen in Hamm zwar nur in sehr kleinen Schritten zurück. Eine weitere Verschärfung der Maßnahmen sei aber nicht geplant. In Hamm gelten bereits – vorerst bis Ende Oktober – schärfere Corona-Regeln als vom Land vorgegeben. So müssen private Feiern auch in der eigenen Wohnung ab einer Teilnehmerzahl von 25 Personen bei der Stadt angemeldet werden. Erst wenn die Neuinfektionen unter den Wert von 50 sinken, gilt eine Meldepflicht ab 50 Teilnehmern.

In Hamm war es zu zahlreichen Corona-Infektionen nach einer Hochzeitsfeier gekommen. Nach Angaben eines Stadtsprechers stehen die bislang gemeldeten Infektionen fast ausschließlich im Zusammenhang mit dieser Feier. Bei der Nachverfolgung seien zum Teil Verbindungen über mehrere Stationen entdeckt worden.

Die Stadt Essen beschloss angesichts der Überschreitung der Infektionskennzahl von 35, vom kommenden Montag an Privatfeiern im öffentlichen Raum auf 50 Teilnehmer zu begrenzen. Feiern mit mehr als 25 Teilnehmern müssen beim Ordnungsamt angemeldet werden. „Das Ordnungsamt ist auf zahlreiche Anmeldungen vorbereitet“, sagte eine Sprecherin. Andere Kommunen mit Anmeldepflicht hatten von dreistelligen Anmeldezahlen in kurzer Zeit berichtet.

Sollte die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen die Zahl 50 überschreiten, werde die Teilnehmerzahl bei Feiern auf 25 begrenzt. Alle Maßnahmen würden mit dem Land und der Bezirksregierung abgestimmt, sagte eine Sprecherin. Essen hatte am Mittwochmorgen bei dem wichtigen Warnwert 39,6 Corona-Infektionen erreicht.

(mba/dpa)