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Wuppertal: Bürgerinitiative macht mobil gegen Seibahn

Wuppertal : Bürgerinitiative macht mobil gegen Seibahn

Die ersten Flugblätter der Bürgerinitiative "Seilbahnfreies Wuppertal" machen in der Elberfelder Südstadt die Runde. Ein Logo auf dem Flugblatt zeigt ein Stoppschild mit einer Gondel, die gerade knapp über zwei Hausdächern schwebt.

Braucht Wuppertal eine Seilbahn? So lautet die Frage, die sich die Bürgerinitiative mit einer Reihe von Gegenargumenten selbst mit "Nein" beantwortet. Wobei die zentrale Aussage des Protests lautet: Diese Seilbahn ist für viele Bewohner der Südstadt nicht zumutbar.

Einer der Betroffenen ist Antonino Zeidler. Er will in einem Monat sein neues Haus an der Cläre-Blaeser-Straße beziehen, doch die Vorfreude wird mit jedem Blick zum Himmel getrübt. "Bleibt es beim vorgesehenen Trassenverlauf, dann werden zwischen meinem Hausdach und der Unterkante einer Gondel gerade einmal zehn Meter liegen", sagt Zeidler. Wobei der Überflug an dieser Stelle nicht einmal der drastischste Fall im Trassenverlauf sei. Zu einem Erdwall unterhalb der Uni-Halle betrage der Abstand nur wenige Meter.

"Die Stadtwerke gehen davon aus, dass 200 Grundstücke betroffen sind. Nach unseren Schätzungen ist die Zahl größer. Doch wir haben erst damit angefangen, exakte Zahlen zu ermitteln", sagt Zeidler, der mit anderen Bewohnern der Südstadt die Bürgerinitiative nach der ersten Informationsveranstaltung der WSW gegründet hat. Zwölf Personen bilden inzwischen den harten Kern der Protestgruppe, aber am jüngsten Treffen nahmen schon 50 Personen teil. "In der kommenden Woche werde ich den Verein ,Seilbahnfreies Wuppertal' beim Notar anmelden", kündigt er an.

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Der Verein will vor allem die Privatsphäre der betroffenen Anlieger verteidigen. "Wir dulden keine Abwertung der Südstadt unter der Verkehrs-Trasse", heißt es auf dem Flugblatt. Die Sorge ist offensichtlich groß, dass die Gondeln, die zur Hauptverkehrszeit alle 16 Sekunden auf- beziehungsweise abwärts fahren sollen, das Leben und Wohnen in der Südstadt massiv beeinträchtigen. "Es ist sehr zu begrüßen, dass die WSW zu einem so frühen Zeitpunkt eine Bürgerbeteiligung vorgesehen haben. Ein früher Protest ist aus unserer Sicht sehr wichtig, denn die Idee einer Seilbahn steht nun leider im Raum", so Zeidler.

Dass das Projekt Seilbahn Proteste unter den Anwohnern auslösen würde, damit hat der Vorstandschef der Stadtwerke, Andreas Feicht, gerechnet. "Es wird nach der Sommerpause Aufgabe der Politik sein, Zuspruch und Protest gegeneinander abzuwägen.

Und dann muss entschieden werden, ob es im Verfahren weitergeht. Das muss die Stadt festlegen", sagt Feicht. Die Reaktionen der Anwohner auf die sich abzeichnenden Beeinträchtigungen ihrer Wohnqualität seien nachvollziehbar, so Feicht. Das Projekt habe in Wuppertal aber auch sehr viel Zuspruch erfahren. Und in der Fachwelt habe es großes Interesse ausgelöst.

Währenddessen haben die Seilbahn-Gegner eine Internet-Seite geschaltet. Mehr gibt es auf www.seilbahnfreies-wuppertal.de und unter www.wsw-online.de.

(RP)