Wuppertal: Bahnpendler ärgern sich über Störungen

Wuppertal : Bahnpendler ärgern sich über Störungen

Laut DB sind vor allem Baustellen der Grund. Fahrgastverband Pro Bahn sieht Schuld nicht beim Stellwerk.

Der subjektive Eindruck vieler Pendler ist momentan ziemlich eindeutig: Die Bahn kommt nicht oder nur verspätet. Dabei hatte der Konzern den Neubau des Stellwerks im vergangenen Jahr noch unter anderem damit begründet, dass es dann weniger Störfälle geben werde. Die Realität ist eine andere - sagen die Bahnkunden. Erst zum Wochenstart ist es erneut zu massiven Problemen im morgendlichen Bahnverkehr gekommen. Wegen einer Weichenstörung am Bahnhof Wuppertal-Vohwinkel fielen mehrere S-Bahnen aus. Auch auf einigen Regionallinien sowie bei einem ICE kam es zu deutlichen Verspätungen. Betroffen waren unter anderem die Linien S68 und RE4.

Die Störung trat gegen 6.30 Uhr ein und war nach Auskunft der Bahn nach einer Stunde wieder behoben. Ein Sprecher der Bahn führte die Verkehrsprobleme auf technische Anfälligkeiten zurück. Diese stünden dabei nicht im Zusammenhang mit dem erst im vergangenen Sommer installierten elektronischen Stellwerk. Dort hatte am Montag vergangener Woche eine Störung für viel Ärger bei Pendlern gesorgt. Doch was das angeht, gibt sogar der Fahrgastverband Pro Bahn dem Konzern Rückendeckung. Dass Wuppertaler momentan öfter klagen, liege an den umfangreichen Arbeiten der Bahn in NRW. Aktuell gebe es etwa Beeinträchtigungen auf der viel genutzten Strecke zwischen Köln und Düsseldorf. Züge würden über Wuppertal umgeleitet, Störungen wären durch den massiveren Verkehr dann nicht mehr so einfach zu beheben.

Per App könne man überdies sehen, welche Störungen auf welches Stellwerk zurückzuführen sein, sagt Axel-Walter Sindram, stellvertretender Vorsitzender von Pro Bahn Bergisch Land. Wuppertal falle dabei nicht signifikant gegenüber anderen Stellwerken auf.

Die Zahlen auf ein Stellwerk herunterzubrechen, sei nicht möglich, heißt es von der DB. Eine Vertreterin der Bahn spricht aber von einem positiven Trend, was die Störfälle im Bereich Leit- und Sicherungstechnik in Wuppertal angeht. Im ersten Quartal 2018 sei die Zahl gegenüber dem Vorjahr um 40 Prozent zurückgegangen. Absolute Zahlen wollte sie allerdings nicht nennen und schränkte auch ein, dass man für verlässlichere Werte die Zahlen über einen längeren Zeitraum betrachten müsse.

Wuppertal selbst wird 2018 von Baustellen der Bahn weitestgehend verschont bleiben, wie die Sprecherin ankündigt. Es gehe maximal um kleinere Einschränkungen und wenn, dann am Wochenende. Längere Zeit auf Schienenersatzverkehr auszuweichen, sei nicht vorgesehen. "Nur fair" werden jetzt viele sagen, war Wuppertal im vergangenen Jahr doch arg gebeutelt, was auch die Bahnsprecherin nicht abstreiten kann. Bekanntlich ist der Hauptbahnhof über acht Wochen - die kompletten Oster- und Sommerferien - vom Bahnverkehr abgekoppelt gewesen. Und vor allem in den Osterferien hatten die Ersatzmaßnahmen der Bahn alles andere als optimal funktioniert, was auch der Konzern damals einräumen musste.

(est)
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