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Wuppertal: "Als Parkplatz ist er viel zu schade"

Wuppertal : "Als Parkplatz ist er viel zu schade"

Bis Ende des Jahres soll die Entscheidung über die Zukunft des Platzes am Kolk fallen. Seit Jahren wird darüber kontrovers diskutiert. Der Elberfelder Einzelhandel möchte nicht alle Kurzparkplätze aufgeben.

Mit der Eröffnung des Parkdecks unter dem neuen Busbahnhof am Döppersberg stehen Autofahrern 200 weitere Parkplätze im Innenstadtbereich Elberfeld zur Verfügung. Bis zu 100 weitere Stellplätze werden mit Eröffnung des Primark-Parkhauses voraussichtlich 2019 hinzukommen. Schon jetzt liefern sich einige Parkhausbetreiber heftige Preisschlachten mit Tagespauschalen von drei Euro. Da stellt sich dringender denn je die Frage, ob die 47 Stellplätze auf dem Platz am Kolk noch benötigt werden oder ob es eine bessere Verwendung für die Fläche gibt. Bis Ende des Jahres könnte darüber im Rat die Entscheidung fallen.

Über die Nutzung des Platzes am Kolk wird seit Jahren kontrovers diskutiert. Heftige Debatten gab es 2013, als eine Überbauung durch die City-Arkaden im Raum stand. Als Gegenentwurf kam damals die Idee eines kleinen, begrünten Stadtplatzes auf. Beide Pläne wurden nicht umgesetzt, bis heute sind die Parkplätze für "die kleine Besorgung" in der City heiß begehrt.

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Anfang Juli lud die Stadt zu einer Strategiewerkstatt ein, in der die Anlieger Wünsche äußerten. Zuvor hatte es eine Online-Befragung zum Thema gegeben mit dem Tenor: Als Parkplatz viel zu schade. Der Platz wird seiner Rolle als Verbindung zwischen Hofaue und City nicht gerecht, die Aufenthaltsqualität sollte gesteigert werden.

"In der Strategiewerkstatt sind verschiedene legitime Interessen von Anliegern zur Sprache gekommen. Vor einem Ratsbeschluss eventuell zum Ende des Jahres wird das Thema noch in öffentlichen Veranstaltungen diskutiert werden", sagt Gunther Stoldt, Abteilungsleiter im Ressort Stadtentwicklung. Zudem werde das Thema in der Bezirksvertretung Elberfeld sowie im Planungs- und Verkehrsausschuss behandelt. Einigkeit besteht bisher nur darüber, dass der Platz nicht bebaut werden soll. Die Wünsche von Arnt Vesper, der mit Anke Hartmann bis zum Ende des Jahres im Postgebäude das Post Boutique Hotel mit 73 Zimmern eröffnen will, gehen darüber hinaus: "Wir haben zwei Jahre lang einen geeigneten Standort für das Hotel gesucht und sind zuversichtlich, dass der Platz bald begrünt und für alle attraktiver wird. Das Hotel benötigt dort keine Stellplätze, sondern lediglich ausreichend Platz für die Hotel-Vorfahrt", sagt Arnt Vesper. Unsere Gäste werden das Parkhaus Morianstraße nutzen.

Es ist nur eines von vier großen Parkhäusern im direkten Umfeld. Die Parkhäuser City-Arkaden, Hofkamp, Hofaue City und Morianstraße bieten mehr als 1400 überdachte Parkplätze. Außerdem gibt es noch bewirtschaftete Parkflächen im Kipdorf in Richtung Kreisel Neuenteich.

"Wir möchten eine kleine Terrasse mit Gastronomie vor dem Hotel schaffen, die allen Wuppertalern offenstehen soll. Abstellplätze für Autos gibt es in diesem Bereich doch genug", sagt Arnt Vesper. "Der Platz am Kolk muss verändert werden, die Parkplätze dort sind entbehrlich", sagt Bezirksbürgermeister Hans-Jürgen Vitenius.

Ralf Engel, Geschäftsführer des Wuppertaler Standorts des Handelsverbands NRW, vertritt eine andere Meinung. "Ich bin dagegen, die Parkplätze komplett wegzunehmen, denn sie werden intensiv genutzt. Wer kurz zur Post will oder etwas bei der Reinigung abgeben möchte, der parkt dafür nicht am Hauptbahnhof", sagt Ralf Engel.

(RP)