Wuppertal: 9000 absolvieren ihre Jungfernfahrt

Wuppertal : 9000 absolvieren ihre Jungfernfahrt

Die ersten regulären Fahrten der neuen Modellreihe der Schwebebahn sind geglückt. NRW-Verkehrsminister Michael Groschek singt ein Loblied auf Wuppertal. Ab sofort kann man täglich in Himmelblau schweben.

Um fünf himmelblaue Farbtupfer ist Wuppertals Stadtbild jetzt reicher. Pünktlich um 10.40 Uhr ging am Sonntag der Wagen 1 der neuen Modellreihe der Schwebebahn in Vohwinkel mit Prominenz auf die Strecke. Erster Haltepunkt der Premiere mit Fahrgästen war die Kluse, wo zeitgleich eine der neuen Schwebebahnen aus der Gegenrichtung einfuhr.

Foto: Schwartz, Anna

"Das ist ein großer Tag für Wuppertal, an dem wir ihnen fünf Schwebebahnen übergeben können", sagte Andreas Feicht, Vorsitzender der Geschäftsführung der WSW, und begrüßte rund 1000 Besucher zur Eröffnungsfeier an der Station Kluse. Es herrschte Aufbruchstimmung: Zum einen, weil den Wuppertalern der Stolz ins Gesicht geschrieben war, und zum anderen, weil sie von der Kluse aus zu ihren Jungfernfahrten aufbrachen.

Allerdings brauchte es am ersten Tag noch etwas Geduld und zuweilen spitze Ellenbogen, um einen der begehrten Plätze zu ergattern. Besonders gefragt waren die hinteren Sitze mit den Panoramafenstern. Bei einer Kapazität von 130 bis 140 Personen pro Bahn hatten rund 8000 bis 9000 Schwebebahn-Fans das Vergnügen, ohne das vertraute Holpern und Ruckeln durch Wuppertal zu schweben. Mit einem Schnurren und Surren nähert sich die neue Bahn den 20 Stationen - und fast geräuschlos gleitet sie wie ein Skifahrer im Neuschnee wieder davon. 26 weitere Wagen der neuen Modellreihe werden in den kommenden Monaten in Betrieb gehen.

Von der Freude der Wuppertaler über ihre Schwebebahn ließ sich NRW-Verkehrsminister Michael Groschek anstecken. "Die Zukunft gehört innovativen und mutigen Städten. Mit der Schwebebahn, der Nordbahntrasse und zukünftig der Seilbahn wird die Stadt zum Wallfahrtsort für Menschen, die neue Wege einschlagen. Die autogerechte Stadt gehört der Vergangenheit an", sagte Michael Groschek. Auf der Fahrt zur Kluse hatte ihm Oberbürgermeister Andreas Mucke von seiner Kindheit am Arrenberg berichtet, wo das Quietschen der Schwebebahn zum Alltag gehörte. Der WSW-Aufsichtsratsvorsitzende Dietmar Bell beschrieb bei der Vorbeifahrt am Stadion das Gefühl, das sich nach Siegen des WSV einstellt, wenn die Fußballfans die Bahn zum Wippen bringen.

Die Wuppertaler Stadtwerke hatten die Inbetriebnahme am 4. Advent im Endspurt gerade noch geschafft. "Ich muss gestehen, dass ich zum ersten Mal aus beruflichen Gründen unruhiger geschlafen habe als sonst", sagte Ulrich Jaeger, Geschäftsführer WSW mobil GmbH. Doch alle Sorgen über einen Fehlstart waren unbegründet.

Fan Ewald Pröbsting stellte den Konstrukteuren und Erbauern ein gutes Zeugnis aus. Ihn freut besonders, dass es weiterhin Schwebebahnfahrer gibt. "Automatische Bahnen sind ein Thema erst für die nächste Fahrzeuggeneration." Nach einer nächtlichen Wartung gingen am Montag alle fünf neuen Wagen wieder auf die Strecke. Täglich gibt es ab sofort weitere Gelegenheiten zur Jungfernfahrt in Himmelblau.

(RP)
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