Wülfrath: Zertifizierter Pinsel im Kühlschrank

Wülfrath: Zertifizierter Pinsel im Kühlschrank

"Natürlich sind wir stolz", sagt Susann Seidel über die Auszeichnung. "Schließlich sind wir aus 44 Mitbewerbern ausgewählt worden." Ab sofort trägt das von der Stadt getragene Projekt "Pinsel im Kühlschrank" die leicht sperrige Auszeichnung StadtPflegeCOMPASS.

Ausgeschrieben haben den Preis das Gesunde Städte-Netzwerk sowie die bundesweite Compass Pflegeberatung. Das Siegel ist mit 1000 Euro dotiert.

Das Geld können die Projektleiterin und ihre Mitstreiter angesichts der bekanntermaßen klammen Stadtkasse gut gebrauchen. "Es soll für weitere Generationsprojekte investiert werden." So zum Beispiel für die Ausarbeitung des jüngst gegründeten Generationen-Netzwerks und die Entwicklung eines Logos für diesen Verbund.

  • Analyse : Wülfrather machen es wie die Pariser

Wie wichtig ein solches Netzwerk mit kompetenten Partnern für die Einwohner einer Stadt angesichts des demografischen Wandels ist, zeigt "Pinsel im Kühlschrank". Wie es der Titel vermuten lässt, handelt es sich hier um ein besonderes Kunstprojekt. Junge Leute und Golden Ager arbeiten hier gemeinsam, wichtig ist die Einbindung demenziell Veränderter. Koordiniert werden die verschiedenen Workshops, die "Pinsel im Kühlschrank" mit Leben füllen, von der Pflege- und Wohnberatung sowie dem Kinder- und Jugendhaus plus engagierten Ehrenamtlern. Letztlich geht es darum, die Generationen miteinander zu verbinden, um in der kreativen Beschäftigung - es wird gemalt - voneinander zu lernen. Nicht allein in künstlerischer, sondern vor allem in menschlicher Hinsicht. Was ist Demenz, wie gehe ich mit Demenzkranken um, "Hemmschwellen werden abgebaut und die Sozialkompetenz der Kinder und Jugendlichen gestärkt". Was als einmalige Aktion geplant war, ist nun ein Mal monatlich fester Bestandteil im Veranstaltungskalender.

(von)