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Wülfrath: Wülfraths Eismann eröffnet zweites Café

Wülfrath : Wülfraths Eismann eröffnet zweites Café

Seit 40 Jahren gibt es das Café von Vito Paciello. Nun ist am Wareplatz ein Zweitgeschäft hinzugekommen.

Es ist eine Institution, das Eiscafé Paciello in der Fußgängerzone. Bürgerverein und Tierschützer laden an die Wilhelmstraße zum Stammtisch und Parteien zum Politiktreff ein, Sozialverbandsmitglieder kommen bei Vito Paciello zum Frühstück zusammen, und wenn es erforderlich wird, sperrt der beliebte Wülfrather mit dem wachen Blick und einer einnehmenden Freundlichkeit sogar schon in aller Herrgottsfrühe auf: Karten für die "Adventskammer"-Konzerte der Kantorei Wülfrath sind so begehrt, dass Interessierte bereits Stunden vor Verkaufsstart zur Stelle sind. Vito Paciello lässt sie an diesen Wintertagen nicht in der Kälte warten. "Wir öffnen dann extra schon um 6 Uhr in der Frühe", sagt er mit einem freundlichen Lächeln.

Er ist ein offenherziger Mensch, freut sich über Gäste - seien es all die Kinder, denen er ihre Lieblingskugeln Eis überreichen kann, oder all jene, die zusätzlich Pizza, Pasta oder die Suppen im Stammhaus an der Wilhelmstraße schätzen. "Wir haben ein tolles Publikum - Dank an all die vielen netten und gut gelaunten Kunden", ist er stolz auf den Zuspruch der Wülfrather.

Für die hat der Familienbetrieb rund um Vito und seinen Sohn Daniele Paciello jetzt einige Schritte weiter am Wareplatz in der Wülfrather Innenstadt eine Dependance eröffnet, ein reines Eiscafé. Das hatte es dort schon vorher gegeben, es war jedoch bereits vor drei Jahren geschlossen worden.

"Hallo Vito", winkt ein Nachbar herüber, den er sogleich zum Espresso einlädt. Mit der Neueröffnung des zweiten Paciello-Eiscafés kehrt mehr Leben auf den Platz der englischen Partnerstadt ein. "Auf jeden Fall", betont der 58-Jährige. Bei schönem Wetter, und davon habe es seit der Eröffnung Mitte April schon reichlich gegeben, sei alles belegt.

20 Tische mit zusammen 80 Plätzen hat er ins Freie gestellt, sieben Tische sollen noch folgen. Dann kann Vito Paciello auf dem Wareplatz mehr als 100 Gäste bewirten. Auf der hübsch gelegenen Fläche will er noch für etwas mehr Bepflanzung an den Tischen sorgen. Das sei eines der nächsten Projekte. Den Sandkasten samt Rutsche für die Kleinsten hat er bereits aufgestellt. "Familien", sagt er, "sind begeistert von der Idee."

Das Zweitgeschäft am Wareplatz unweit des Stammhauses in der Fußgängerzone sieht er freilich nicht als eigene Konkurrenz, im Gegenteil: "Das ist eine Bereicherung - auch für unseren Betrieb." Zumal es zwischen März und Mai an der Wilhelmstraße kaum Sonnenplätze gebe. Am Wareplatz sei das anders. Der liegt im Frühjahr bereits in der Sonne.

"Wir haben hier neues Publikum. Es gibt Wülfrather, die sitzen gerne auf dem Platz, andere lieber in der Fußgängerzone - und umgekehrt." "Eismanufaktur - 100 Prozent natürlich" steht in großen Lettern an der Verkaufstheke am Wareplatz. "Das A und O", erklärt Paciello, "sind frische, hochwertige Zutaten - und eine gute Behandlung." Bei ihm käme Stracciatella und all die anderen Sorten von der Eismaschine direkt in die Eistheke.

Paciello bedauert, das Eiscafés mit eigener Herstellung seltener werden. "Das ist eine Zunft." Noch von seinem Vater Antonio stammen die Ursprungsrezepte, die er jedoch überarbeitet hat. Er weiß, dass er sich bei Gelato in einer Branche bewegt, die vom Wetter abhängig ist. Zitrone, Maracuja, Cassis sind bei Sonne besonders gefragt; ist es bewölkt, produziert Vito Paciello vermehrt Latte Macchiato, Nuss, Schokolade. Bei Erdbeere und Vanille läuft seine Eismaschine aber quasi durch. "Die gehen immer."

(RP)