Wülfrather startet Online-Petition für Winterferien

Wülfrath : Wülfrather setzt sich für Winterferien ein

Knapp 6000 Personen haben bereits die Online-Petition in NRW unterstützt, die Tobias Bartmann aus der Kalkstadt gestartet hat.

Baden-Württemberg hat sie, Bayern hat sie, Thüringen sowie zehn weitere Bundesländer in Deutschland haben sie auch. Die Rede ist von Winterferien, die je nach Bundesland in der Länge von einem Tag bis zu einer Woche variieren können.  Nur Hessen und Schleswig-Holstein haben sie nicht, und eben Nordrhein-Westfalen. „Warum gibt es das bei uns im bevölkerungsreichsten Bundesland nicht?“, fragt Tobias Wortmann und wünscht sich mehr Gleichberechtigung für NRW. Daher hat der Wülfrather jetzt eine Online-Petition mit dem Namen „Winterferien für NRW – endlich bezahlbarer Skiurlaub für die ganze Familie“ ins Leben gerufen.  „Skiferien mit schulpflichtigen Kindern sollen bezahlbar und besser planbar sein - außerhalb der Weihnachtszeit und des Jahreswechsels sowie der meteorologisch oft ungünstigen Osterferien“ begründet Bartmann sein Anliegen, das sich an Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) richtet.

„Seit ich sechs Jahre alt bin, fahre ich Ski“, erzählt der Radiologe. Mittlerweile ist Tobias Bartmann 45 Jahre und selbst Vater von zwei Töchtern, eine ist bereits schulpflichtig. Daher ist Winterurlaub mit optimalen Schneeverhältnissen manchmal nicht so einfach zu planen. „Im ganzen Freundeskreis höre ich immer wieder Beschwerden, dass sie es nicht mehr zum Skifahren schaffen, weil es an Weihnachten unverschämt teuer ist, an Ostern manchmal aber nicht mehr der Schnee ausreicht“, erklärt Bartmann. „Da dachte ich, warum nicht eine Lawine ins Rollen bringen.“

Undine Solbach, Leiterin der Grundschule Ellenbeek, kann den Wunsch insofern nachvollziehen, dass je nachdem wie Ostern fällt, die Zeit zwischen Weihnachten und Ostern für die Kinder manchmal etwas lang sein könnte. Solbach verweist aber auch auf die Karnevalstage, die zumindest ein kleines verlängertes Wochenende wären und sich beispielsweise auch für Wintersport anbieten würden.

Ähnlicher Meinung ist da Reto Stein, Leiter der Sekundarschule. „Ich könnte beispielsweise auch nicht sagen, wo man dann andere Ferientage wegnehmen würde“, sagt Stein. Zudem kann der Schulleiter nicht ganz den Hintergrund der Petition nachvollziehen. „Wintersport an sich ist schon etwas Elitäres und generell mit Kosten verbunden“, erklärt Stein.

Auch der Schulleiter des Gymnasiums Wülfrath, Joachim Busch, verweist auf die freien Karnevalstage. „Es reicht zwar nicht, um einen Urlaub in den Alpen zu machen, aber zumindest in NRW“, erklärt er. Laut Busch spreche aber auch ein anderer Grund gegen eine neue Ferienordnung. „Diese Zeit ist auch das letzte Unterrichtsquartal für die Abiturienten, die sich so ohne größere Unterbrechungen auf ihr Abitur vorbereiten können.“

Bartmann gibt zu, dass der Name seiner Petition vielleicht etwas provokant gewählt sei. Im Nachhinein hätte er sie vielleicht eher „NRW-Kinder müssen an die frische Luft“ genannt. Nicht jeder übe Wintersport  aus und kann sich das leisten. Zudem würden vermutlich, sofern die Ferienordnung für NRW wirklich geändert würde, auch die Preise in den Touristenorten wieder anziehen, weiß der Radiologe. „Mir geht es aber auch darum, überhaupt eine Diskussion zu entfachen.“

Die Petition ins Internet zu setzen, war schnell gemacht. Mit der Resonanz (es sind bereits an die 6000 Befürworter) hat er nicht gerechnet. Auch einen Brief an die Schulministerin von NRW hat er bereits geschrieben, geantwortet hat Gebauer aber noch nicht. Werden es in den nächsten zwei  Monaten 29.000 Unterstützer, muss sich der Petitionsausschuss der Landestags mit dem Thema befassen.

(isf)
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