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Wülfrather Museumsförderer sind stolz auf ihren Heimat-Preis

Er hat jetzt einen Ehrenplatz im Haus Bergstraße 22 : Museumsförderer sind stolz auf ihren Heimat-Preis

Der Trägerverein des Niederbergischen Museums sieht sich mit der Auszeichnung in seiner Arbeit bestätigt und neu motiviert. „Der Preis gilt unseren Ehrenamtlern“, unterstreicht das Vorstandsteam.

Vor einem Jahr noch sah es gar nicht rosig aus beim Trägerverein Niederbergisches Museum Wülfrath. „Es war im Gespräch, dass das Museum ins VHS-Haus umziehen sollte“, erzählt der Vorsitzende Eberhard Tiso. „Das hätte dazu geführt, dass der Trägerverein sich aufgelöst hätte.“ Glücklicherweise ist es anders gekommen, denn das Niederbergische Museum ist weiterhin in den großzügigen Räumen an der Bergstraße zu finden. Dort wird die Bergische Kaffeetafel noch auf eine ganz besondere Weise zelebriert. In dem originalgetreu eingerichteten bäuerlichen Herdraum mit Möbeln und Gerätschaften aus dem 19. Jahrhundert stehen auf den eichenen Bauerntischen Korinthenweißbrot, Milchreisbrei, Bienenhonig, Bergisches Schwarzbrot, Quark, Butter, Waffeln und Weißenmehl, Zucker und Zimt zum Verzehr bereit. Beherrscht wird diese Kaffeetafel von der zinnernen bergischen Kaffeekanne, der Dröppelmina. Diese Kaffeetafel gehört zum Kernstück des Niederbergischen Museums, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, das Leben im 19. Jahrhundert im Niederbergischen in allen Facetten darzustellen und so die Wurzeln der Wülfrather und Umgebung lebendig zu halten. „Der Trägerverein möchte, dass das Museum erhalten bleibt. Wir möchten es den nachkommenden Generationen erhalten“, betont Eberhard Tiso. Zahlreiche Führungen und andere Veranstaltungen gehören ebenfalls dazu. „Wir beschäftigen uns genau damit, was Heimat ausmacht“, sagt Tiso. Das Bewusstsein der Heimat und das Wissen um das vergangene Leben möchte der Trägerverein auch gerne an die Kinder weitergeben, weshalb im vergangenen Jahr ein Kooperationsvertrag mit der Sekundarschule abgeschlossen wurde. Das vielfältige Engagement des Trägervereins wurde nun mit dem Heimat-Preis des Landes NRW ausgezeichnet. Dieser mit 5000 Euro dotierte Preis ging damit erstmals nach Wülfrath. Der Trägerverein sieht sich in seiner Arbeit bestätigt und neu motiviert. „Der Preis gilt unseren Ehrenamtlern“, erklärt Geschäftsführerin Karin Fritsche. „Ohne deren Einsatz ginge das alles nicht.“ Zurzeit sind neben fünf Minijobberinnen zirka 65 ehrenamtlich Tätige in den unterschiedlichen Bereichen im permanenten Einsatz. Ihnen allen gilt dieser Heimat-Preis, der von Bürgermeisterin Claudia Panke in festlichem Rahmen verliehen wurde. Der Trägerverein Niederbergisches Museum kann das Preisgeld derzeit besonders gut gebrauchen. „In der Corona-Zeit sind die Bergischen Kaffeetafeln lange Zeit weggefallen“, sagt Fritsche. „Die sind aber ein wichtiges Standbein des Trägervereins.“ Nun sollen die Tafeln langsam wieder starten. „Wir waren sehr aktiv in den letzten Jahren“, so Karin Fritsche, „das ist ein schönes Feedback.“ Der Heimat-Preis sei schon etwas Besonderes. „Wir haben ihn auch ganz stolz im Museum aufgestellt.“