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Wülfrather Bildhauer-Workshop hat schon viele Stammgäste

Wülfrath : Bildhauer-Workshop hat schon viele Stammgäste

Das Angebot des Offenen Ateliers der Diakonie richtet sich an Einsteiger und an Fortgeschrittene.

Schon von weitem ist das gleichmäßige Schlagen der Teilnehmer des Bildhauer-Workshops am Zeittunnel zu vernehmen. Ansonsten herrscht Schweigen an den einzelnen Arbeitsplätzen. „Die Bildhauerei ist eine Kunst, die zur innerlichen Ruhe und Entspannung führt“, ist sich Manuel Rohde sicher.

Der Kunsttherapeut der Bergischen Diakonie bietet gemeinsam mit Künstlerkollege Michael Sawatzki vom Freundeskreis Ateliers in der Bergischen Diakonie den alljährlichen Kursus für Einsteiger und Erfahrene an. Sawatzki bildhauert bereits seit 13 Jahren. Seine Leidenschaft gibt er gerne weiter. Und so ist es nicht verwunderlich, dass die Kurse von etlichen Wiederholungstäter besucht werden.

Sabine Lammert ist eine von ihnen. Bedächtig arbeitet sie aus einem unförmigen Speckstein eine Eule heraus. „Es ist das Miteinander und die Arbeitsatmosphäre, die mich begeistert“, sagt sie. Bildhauen ist mittlerweile ein Hobby der Wülfratherin geworden. „Zuvor habe ich mich viel auf Marmor konzentriert und versuche mich heute mal an einem neuen Material.“ Rainer Kerlen ist ebenfalls ein bekanntes Gesicht in den Bildhauer-Reihen der Diakonie. Er bearbeitet am liebsten Sandstein.

Mitunter sitzen Bildhauer übrigens über ein Jahr an ihrem Werk. Auch können feste Vorstellungen, was aus einem Stein herausgearbeitet werden soll, schnell verworfen werden. „Es passiert ganz oft, dass sich jemand etwas vornimmt und am Ende etwas ganz anderes entsteht. Manchmal geben Steine auch Formen vor und lassen uns etwas darin erkennen“, erzählt Manuel Rohde.

Das Offene Atelier, das im Haus Langensiepen auf dem Diakoniegelände angesiedelt ist, gilt in erster Linie den Bewohnern der Einrichtung als Therapiestätte. Die Grenzen zwischen psychisch erkrankten Menschen und kunstinteressierten Besuchern aufzuweichen, ist ein Anliegen der Mitarbeiter vor Ort. „Deshalb ist der Kursus am Zeittunnel für uns so wichtig. Wir wollen uns präsentieren und ganz klar die Bildhauerei in den Fokus stellen“, erläutert Michael Sawatzki. „Hier geht es nicht um Krankheiten. Wir tauschen uns aus, reden über unsere Werke und unterhalten uns auf einer ganz anderen Ebene. Das ist besonders.“

Heinz Formella hat den Workshop vergangenes Jahr beim Adventskalender der Lions gewonnen und ist hoch motiviert, aus seinem Sandstein einen Fisch zu fertigen. „Vielleicht besuche ich im kommenden Jahr den Kursus im Atelier“, erwägt Formella. „Und wenn der Fisch fertig ist, bekommt er einen Ehrenplatz in unserem Garten.“

Der zweitägige Bildhauer- Workshop am Zeittunnel, der diesen Samstag fortgeführt wird, ist leider voll belegt. Für Interessierte gibt es  noch Restplätze im bereits laufenden Kurs im Offenen Atelier. Anfrage: offenes.atelier@bergische-diakonie.de oder Tel. 0202- 7581749.