Wülfrath: Würg setzt auf Nachwuchs

Musik in Wülfrath : Würg setzt auf Nachwuchsarbeit

Das Sommerkonzert im Park war 2019 das wichtigste Ereignis der Wülfrather Rockmusiker-Gemeinschaft. 2020 setzen sie aufs Format „Generation Würg“.

Das Tun der Wülfrather Rock-Gemeinschaft, die auf den kurzen Namen „Würg“ hört, zu beschreiben, ist nicht ganz einfach. Denn einerseits ist das Vereinshaus am Hammerstein Austragungsort für verschiedene Events. Andererseits sind die Würger auch Organisatoren. Und vor allem haben sie sich als Musiker ebendieser verschrieben.

173 Mitglieder zählt die „schlagkräftige Truppe“, wie Vorstandsmitglied Matthias Freund nicht ohne Stolz aufzählt. „Nicht alle sind aktiv, bei uns Mitglied zu sein fällt auch deshalb leicht, weil wir keine Mitgliedschaftsbeiträge erheben.“ Dass dann aber auf jeden einzelnen Verlass ist, wenn er gebraucht wird, zeigt sich bei Veranstaltungen wie „Rock im Park“. „Es war mega, das war ganz nach am Optimum“, schwärmt der Würg-Mann über das Festival-Ereignis des vergangenen Sommers. „Der Platz war voll, alle hatten Spaß, alles lief alles wie am Schnürchen – das war richtig geschmeidig.“

Auch der Poetry Slam findet im Würg-Haus statt. Hier mit dem fröhlichen Slammer Benjamin Poliak. Foto: Blazy, Achim (abz)

Aber nicht nur dieses Konzert gab massiven Rückenwind. Auch andere Formate wurden neu installiert und erwiesen sich als goldrichtig. Die Vinylparty ist ein Beispiel. „Wir hatten so etwas schon mal intern ausprobiert und jetzt in die Öffentlichkeit gebracht“, berichtet Freund. Mit etwa 60 Gästen war „volles Haus, wir haben bis morgens um 2 Uhr etwa 100 Titel gespielt“, querbeet kam bei zwei DJs auf den Plattenteller, was die Gäste an Schallplatten dabei hatten. Ähnlich erfolgreich waren auch die Poetry Slam-Abende. „Der Wechsel ist gelungen“, bilanziert Freund den Umzug des Formats aus „Evis Bistro“ an den Hammerstein.

Aber die Würger wären nicht die Rockmusikergemeinschaft, würden sie sich auf ihren Erfolgen ausruhen. „Die beiden Formate setzen wir fort, aber wir wollen auch Neues entwickeln.“ Wer Ideen hat, kann sich „grundsätzlich und immer einbringen, wir sind für Anregungen offen“. Fest steht schon jetzt: 2020 soll wieder der Blick auf den musikalischen Nachwuchs gelenkt werden. Jahrelang war das Format „Offene Bühne“ ein wichtiger Schwerpunkt, „inzwischen hat das Interesse merklich nachgelassen“ – also werden Methoden der Reaktivierung durchdacht. Folgerichtig kommt im neuen Jahr das Format „Generation Würg“ wieder zum Einsatz, was eine bewährte Mischung aus Workshop und Experimentierfeld für junge Leute ist. Die Altersgruppe von 16- bis 27-Jährigen soll angesprochen werden, sich mit oder ohne Instrument einzufinden, um sich allein oder im Team musikalisch zu erproben und weiter zu entwickeln. Das Angebot, so erzählt Matthias Freund, richtet sich an Wülfrather ebenso wie Leute aus dem Umfeld im Bergischen Land, Velbert, Heiligenhaus und Mettmann. Letztlich soll den Nachwuchsmusikern eine Bühne geboten werden, ebenso eine Plattform, um sich zu vernetzen und auszutauschen. „Der Nachwuchs soll sich weiterentwickeln können.“

Und gespannt gucken die Würger auch auf die eigene Nachbarschaft. „Wir gucken vor allem ganz gespannt auf das, was sich jetzt im Zeittunnel entwickelt“, sagt er mit Blick auf die genossenschaftliche Übernahme im Probebetrieb. „Wir hoffen auf eine positive Fortsetzung der Zusammenarbeit“, auch hinsichtlich des sommerlichen Freiluftflimmerns namens „Tunnelkino“.