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Wülfrath: Wer wird Nutzer des vormaligen Knorr-Bremse-Geländes?

Wirtschaft in Wülfrath : Weitere Nutzung des Knorr-Bremse-Geländes bislang ungeklärt

Angeblich ist die Bank Paribas mit verschiedenen Interessenten im Gespräch. Ein Hindernis dabei soll ein noch laufender Mietvertrag sein. Die Stadt wünscht sich einen Nachmieter für das gesamte Gelände.

Der letzte machte das Licht aus. Das war am 31. Dezember 2020. Seit der Abwicklung von Knorr-Bremse schläft das ehemalige Firmengelände einen Dornröschenschlaf. Was aus der Adresse wird, an der einst Ford produzierte, später Te-Drive übernahm und zuletzt Knorr-Bremse Teile für Lenkungssysteme produzierte, steht zurzeit völlig in den Sternen.

„Das Objekt ist nicht unser Eigentum“, erklärt dazu Karsten Niemann, Wirtschaftsförderer der Stadt Wülfrath. Die Gewerbeimmobilie wird von der Bank Paribas betreut, und dort liegen bereits „verschiedene Anfragen vor“, wie der Wirtschaftsförderer aus mehreren Gesprächen weiß. „Wir stehen in regelmäßigem Kontakt miteinander, etwas Konkretes zur Nachnutzung liegt momentan nicht vor.“

Tatsächlich könnte das Gelände verschiedenartig verwendet werden. Inklusive der alten Halle auf der gegenüberliegenden Seite der Henry Ford II-Straße bemisst sich das Gelände auf knapp 100.000 Quadratmeter. „Unser Ziel ist, es in der Folgenutzung möglichst komplett zu verwenden“ und nicht erst zu parzellieren. dem Vernehmen nach wird sich gar nicht so schnell ein Nachfolger finden, weil Knorr-Bremse noch immer einen gültigen Mietvertrag hat. Angeblich läuft er noch weitere Jahre. Einer der vielen Gründe, warum Hakan Civelek, erster Bevollmächtigter IG Metall Velbert und in der Abwicklung des Standorts begleitend dabei, nicht gerade glücklich über das Ende des Betriebs ist. Die Schließung des Standorts Wülfrath ist Ende des Jahres 2019 zwischen der Geschäftsführung der Knorr-Bremse Steering Systems GmbH, den Arbeitnehmervertretern und den Vertretern der IG Metall vereinbart worden. Ein wesentlicher Einflussfaktor bei der Entscheidungsfindung war ein früher als angenommen auslaufender Großauftrag für Pkw-Lenksysteme. Zum 1. Januar 2020 wurde für die ausscheidenden Mitarbeiter eine Transfergesellschaft gegründet. Diese Transfergesellschaft soll den etwa 180 betroffenen Mitarbeitern den Übergang in neue Beschäftigungsverhältnisse erleichtern. Etwa 80, rechnet Hakan Civelek vor, sind noch in der Transfergesellschaft, hundert weitere arbeitslos gemeldet. Bislang fanden 50 Mitarbeiter eine neue Beschäftigung. Ein Teil der Produktionsmaschinen wurde versteigert und von anderen Firmen aufgekauft, einige auch zum Schmelzwerk gebracht. „Jammerschade für einen Standort, der 1956 für Automotive in Betrieb genommen wurde und an dem einst 1200 Menschen beschäftigt wurden.“