Wülfrath: Verein Wunschzettel realisert Herzenswünsche von Kindern

Tatkräftige Hilfe in Wülfrath : Verein Wunschzettel macht Kinderträume wahr

Von Helmut Brass gegründet, erfüllt der Wülfrather Verein Herzensangelegenheiten und beschert schwerkranken Kindern Momente des Glücks.

Im vergangenen Jahr wurde das 25-jährige Vereinsjubiläum gefeiert und mit nicht nachlassendem Schwung will „Wunschzettel“ weiterhin kleine Träume und große Herzensangelegenheiten von Zwei- bis 20-Jährigen erfüllen. „Je nach Situation kann die Erfüllung eines Wunsches sehr aufwendig sein“, erklärt Irena Brass. Sie ist seit 18 Jahren erste Vorsitzende des Vereins und betreut die Organisation gemeinsam mit der zweiten Vorsitzenden Gerda Greverath.

„Wunschzettel“ hat sich seit seiner Gründung durch den inzwischen verstorbenen Helmut Brass darauf fokussiert, schwerkranken und behinderten Kinder ihre individuellen Glücksmomente zu bescheren. „Damit Kinder, die es sehr schwer haben, wenigstens einen Tag lang ihre Leiden vergessen können“, wie Irena Brass erklärt. Der Verein erfüllt fast ausschließlich immaterielle Wünsche. Jungs träumen oft davon, Fußballprofis zu begegnen, bei Mädchen steht die Figur „Elsa“ aus dem Disney-Film „Frozen“ derzeit hoch in Kurs.

Für seine Arbeit ist der Verein auf seine engagierten Mitglieder – derzeit sind es 14 aktive sowie 40 passive Mitstreiter – und vor allem Spenden angewiesen. Mit der Post oder per E-Mail treffen die Wünsche ein. „Jeder Wunsch wird zunächst beim Stammtisch besprochen. Anschließend besucht ein Vereinsmitglied das Kind, und macht sich einen eigenen Eindruck“, erzählen die beiden. Etwa dazu, wie mobil das Kind ist. Dann setzt das zuständige Mitglied „alles daran, den Wunsch wahr werden zu lassen“. Wünscht sich ein Kind etwa ein Treffen mit einem Promi, muss diese Persönlichkeit davon überzeugt werden, sich für ein Treffen bereit zu erklären. Um mit Promis wie Ex-Formel-1-Fahrer Ralf Schumacher oder Kochlegenden in Kontakt zu treten „läuft inzwischen viel übers Internet“, wissen die zwei. Und dabei müsse man „oft sehr hartnäckig“ sein. Doch im Verlauf der Zeit konnten die Vereinsmitglieder ein funktionierendes Netzwerk aufbauen. Dazu gehört beispielsweise Ferenc Schmidt von der Wülfrather Fußballschule „Mittelpunkt“ , der bei der Kontaktaufnahme zu Fußballspielern hilft.

Auf Meriten im Sinne realisierter Wünsche ruht sich bei Wunschzettel niemand aus. So unterschiedlich die Mitstreiter sind, eint sie ihre hohe Motivation. „Im Vergleich zu anderen können wir uns glücklich schätzen, bei der Anzahl der Mitglieder und auch dem Spendenaufkommen auf einem gleichbleibend hohen Niveau zu sein“, sagt Irena Brass. In den höchsten Tönen schwärmen die beiden Vorsitzenden vom „vielfältigen und engagierten Einsatz“ aller Mitglieder, der die Arbeit des Vereins trage. Lothar Jäger beispielsweise veranstalte jeden Monat eine Tombola, um die Erlöse „Wunschzettel“ zur Verfügung zu stellen.

Allerdings sei die Arbeit für den Verein manchmal auch „durchaus belastend, denn es wird Leid sichtbar, das normalerweise verborgen bleibt“. Das gehe unter die Haut und mache einem deutlich, wie viele schwere Schicksale es gibt, erklären die beiden Vorsitzenden. In seiner 26 Jahre langen Geschichte konnte der Verein bereits 360 Wünsche erfüllen. Das geschieht selten von heute auf morgen, sondern braucht manchmal ein bisschen Zeit. Derzeit wird an der Erfüllung 23 verschiedener Wünsche gearbeitet.