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Wülfrath: Unbekannte zerstören Plakate der Schau „Inspirierende Frauen“

Vandalismus in Wülfrath : Unbekannte zerstören Plakate der Schau „Inspirierende Frauen“

Am Freitag war die Vernissage. Und die Aufmerksamkeit für Wülfrath und die Ausstellung „Inspirierende Frauen“ war enorm. Nun wurden sechs Plakate mutwillig zerstört.

Starke Frauen provozieren offenbar schwache Geister: Die Plakatausstellung „Inspirierende Frauen“ in der Wülfrather Innenstadt ist Opfer von Vandalen geworden. An drei Tagen hintereinander wurden sechs der 20Großplakate zerstört, ein Plakat musste aus Sicherheitsgründen abgenommen werden. Die Organisatorin der Ausstellung, Franca Calvano, mag nicht an gedankenlose Zerstörungswut im Vorübergehen glauben. Sie verweist darauf, dass Plakate zu anderen Themen unangetastet blieben. Calvano hat im Namen der Stadt Anzeige erstattet: „Für mich bedeutet dieses Vorgehen der Zerstörer, dass wir einen Nerv getroffen haben und noch weiter auf die Themen eingehen müssen.“ Zugleich bekommt sie viel Zuspruch – in sozialen Medien und im richtigen Leben, auf der Straße.

Bürgermeister Rainer Ritsche ist ebenfalls richtig sauer. Er hat 500 Euro als Belohnung für Hinweise auf die zurzeit noch unbekannten Frauen-Hasser gestellt: „Die Gleichstellungsbeauftragte Franca Calvano holt mit finanzieller Unterstützung der E.D.B. Bildungsgesellschaft für erfolgreiche Berufe GmbH eine hochinteressante Ausstellung inspirierender internationaler Frauen in unsere Fußgängerzone und irgendwelche Leute haben nichts Besseres zu tun, als die Plakate zu zerstören.“

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Die zerfetzten Plakate sollen so rasch wie möglich ersetzt werden. Sie sind keine simple Leihgabe des digitalen Magazins „Meine Korrespondentin“, sondern gehören der Stadt Wülfrath. Die Ausstellung insgesamt nun rasch in Sicherheit zu bringen und aus der Wülfrather Innenstadt zu entfernen, empfindet Franca Calvano eindeutig als den falschen Weg. Das käme ihr so vor, als hätten die Vandalen ihr Ziel erreicht. Deshalb wird die vielbeachtete Ausstellung noch mindestens bis Anfang nächster Woche in der Wülfrath Innenstadt zu sehen sein.

Und auch danach werden die Lebensgeschichten etwa von einer Personenschützerin aus Irland, einer Kleinbäuerin aus Peru oder eine Apnoetaucherin aus Kolumbien in Wülfrath zu sehen sein. Vielleicht in einer eigenen Indoor-Ausstellung oder als Denkanstoß an den Wänden des Rathauses. In Hilden habe sie die „Inspirierenden Frauen“ zum ersten Mal gesehen, erinnert sich Franca Calcano. Damals war sie sofort begeistert und suchte den Kontakt zu den Urheberinnen des digitalen Magazins „Deine Korrespondentin“. Als dann mit E.B.D. ein Sponsor für das Wülfrather Ausstellungsprojekt gefunden wurde, schienen die Macherinnen und die Idee auf Anhieb zueinander zu passen. Dies soll so bleiben – der sinnlosen Zerstörung zum Trotz.