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Wülfrath: Trägerverein für Nachnutzung von VHS-Haus gegründet

Kulturinteressierte Wülfrather entwickeln Konzept : Trägerverein für VHS-Nachnutzung gegründet

„Wir“ ist aus den Aktiven des Stadtkulturbundes entstanden, die die Immobilie an der Wilhelmstraße für Vereine fit machen wollen.

Eine Ideenwerkstatt Ende 2019 hatte unendlich viele Ideen hervorgebracht, wie das ehemalige VHS-Gebäude an der Wilhelmstraße 189, welches von Vereinen und Institutionen genutzt und zu neuem Leben erweckt werden kann.

Eine Arbeitsgruppe hat an dem Projekt weitergearbeitet, die Initiative „Wir“, das Kürzel steht für „Wülfrather Ideen Räume“, gegründet und Kontakt zu einem Beratungsbüro aufgenommen. Diese externen Berater sollen dabei helfen, über das Förderprogramm „Initiative ergreifen – Bürger machen Stadt“ von der Landesregierung eine 70- Prozent-Förderung für den Umbau des Hauses zu bekommen. Die restlichen 30 Prozent der Kosten müssten von der Stadt getragen werden – wobei die Initiative sich auch ein Crowdfunding vorstellen kann, um die Kosten für die Stadt so gering wie möglich zu halten. Die Nebenkosten tragen die Betreiber. Es geht also massiv voran bei der Nachnutzung des VHS-Hauses.

Jetzt wurden die ersten konkreten Ergebnisse der Projektarbeit präsentiert. „Eine unserer Hausaufgaben war, ein Manifest vorzubereiten, das die Grundlage für die Gründung des Trägervereins „Wir“ sein soll“, sagte Sandra-Leidig-Diekmann vom Stadtkulturbund, die das überzeugende Manifest zusammen mit Nicole Püchel vom TBW, Christina Rick von Wülfrath Pro und Thomas Reuter aus dem Förderverein HWM vorlas: „Wir sind Innenstadtbeleber, Visionäre, wir sind viele, wir sind Möglichmacher“, lauteten Auszüge aus dem Text.

Jetzt findet der erste Workshop statt, bei dem interessierte Mitnutzer am 18. März ihre Ideen weiter entwickeln können. „Es ist etwas für die Übergangszeit, damit die Energie aus der Ideenwerkstatt nicht verloren geht“, erklärt Leidig-Diekmann. Geplant ist außerdem ein zwei- bis dreijähriger Testbetrieb, den das Beraterbüro anrät. „Man könnte sehen, wie das Konzept funktioniert und wie das Haus von den Bürgern angenommen wird.“ Ein Betreiberkonzept für die Probephase – auch hinsichtlich der Übernahme der Nebenkosten – muss noch entwickelt werden.

Wichtig ist den Organisatoren auch, zu zeigen, dass sie die Initiative nicht alleine tragen. „Dazu werden wir auf Veranstaltungen Unterschriften sammeln und stellen unsere Ideen auch gerne nochmal vor“, so Thomas Reuter. Die Gründung des Vereins WIR werde weiter vorangetrieben, „wir planen, die Satzung im Frühjahr fertig zu haben.“

An interessierten Vereinen mangelt es jedenfalls nicht: „Wenn der Testbetrieb läuft, springen sicherlich noch einige auf“, meinen die Organisatoren. Sicher ist, dass es eine Geschäftsstelle des TBW geben wird sowie ein Multifunktionsbüro. Auch der Wunsch vieler Wülfrather, einen 150 bis 200 Quadratmeter großen Bürgersaal zu schaffen, der auch für private Feiern genutzt werden kann, soll verwirklicht werden. „So ein Raum fehlt in Wülfrath schon lange“, merkt jemand an. Viel Lob gibt es auch für das bisherige Engagement der Initiative: „Hut ab vor dieser Leistung!“

Auch die Initiatoren betonen nochmals ihre Begeisterung für die gemeinsame Sache: „Das Haus ist eine neue Chance für Wülfrath, hier am Ware-Platz ist ja auch das Entrée der Stadt“, meint Nicole Püchel. Ein neuer Mittelpunkt könne das Haus werden. „Es werden viele unterschiedliche Leute in die Stadt kommen, die lange nicht hier waren“, so Thomas Reuter. „Und es wird auch immer Bewegung da sein, Initiativen, die ausscheiden, und neue die dazu kommen“, fasst Sandra Leidig-Diekmann zusammen.

„WIR – Wülfrather Ideen Räume“: Darunter agieren die Interessierten, die im VHS-Haus Wilhelmstraße 189 ein multifunktional genutztes Bürger-, Vereins- und Kulturhaus etablieren wollen. Um ihren Vorstellungen Nachdruck zu verleihen und der Politik ihre Ernsthaftigkeit zu signalisieren, hat „WIR“ ein Manifest formuliert, das die Chancen des Projekts als Gewinn für die Wülfrather Gesellschaft unterstreicht. Heute wird im VHS-Haus um 19 Uhr das Manifest vorgestellt und offiziell unterzeichnet.