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Wülfrath: Thomas Meuser zu Bargeld, Fonds und Gold

Finanztipps vom Fachmann : Gold ist sicher, bringt aber keine Zinsen

Die Corona-Epidemie verändert signifikant den Umgang mit Geld – vor allem mit Münzen und Scheinen. Im Gespräch mit unserer Redaktion nennt Sparkassen-Filialdirektor Thomas Meuser erstaunliche Daten dazu.

Herr Meuser, wie hat sich die Kreissparkasse gegen Corona gewappnet?

MEUSER Kurz nach Karneval haben wir einen Krisenstab eingerichtet, der sich noch immer regelmäßig, aber nicht mehr täglich austauscht. Es gab unzählige Entscheidungen, die getroffen werden mussten. Mehr als 100 Mitarbeitende sind im Homeoffice, zehn Filialen wurden geordnet heruntergefahren.

Was bedeutet das für die Kunden?

MEUSER Wir stellen die Versorgung mit Bargeld sicher, garantieren einen reibungslosen Zahlungsverkehr, sprechen darüber, was in turbulenten Börsenzeiten zu tun ist. Und stehen in regem Dialog mit der Wirtschaftsförderung und Stadtspitze. Übrigens haben wir gerade erst vorsichtige Schritte in Richtung Normalität gemacht: In fünf der vorübergehend geschlossenen Filialen werden wieder Termine für die Beratung und den Safebesuch angeboten.

Wie hat Corona den Umgang mit Bargeld verändert?

MEUSER „Bares ist Wahres“ – viele verbinden Bargeld mit Freiheit. Das Corona-Virus verschiebt die Barzahlungen zu Gunsten von Karten- oder Handyzahlung. Insgesamt wurden deutschlandweit rund 206 Millionen Transaktionen durchgeführt, das sind 11,4 Prozent mehr als im Februar. Ebenfalls einen neuen Rekordwert erreichte der Anteil der kontaktlosen Zahlungen – er kletterte auf 52,2 Prozent.

Was sollten Anleger jetzt beachten?

MEUSER Guthabenzinsen haben den Nullpunkt erreicht, es ist geradezu fahrlässig, sich nur auf Sparbuch, Tages- und Festgelder zu verlassen, da die Inflation höher ist als die tatsächliche Verzinsung. Wertpapiere sind eine Alternative, eine breit gestreute Anlage in den Aktienmarkt schlägt langfristig jede andere gängige Anlageklasse. Ratsam ist, in Krisenzeiten behutsam zu billigeren Kursen nachzukaufen, als in Panik zu verkaufen. Auch eröffnet ein Fondssparplan interessante Möglichkeiten.

Was halten Sie von Gold?

MEUSER Es gilt in Krisenzeiten als sicherer Hafen, erwirtschaftet aber keine Zinsen. Auch der Goldpreis kennt den Weg nach unten, deshalb gilt folgende Faustformel: Investieren Sie maximal fünf Prozent Ihres Gesamtvermögens und achten Sie beim Kauf auf kleinere Stückelungen. Falls Geld benötigt wird, muss nicht alles verkauft werden.

Wie sieht das Spenden- und Sponsoring-Aufkommen aus?

MEUSER Corona hat das öffentliche Leben drastisch ausgebremst. Viele Menschen haben Existenzängste. Gemeinsam mit Thomas Rüttgers versuchen wir, ein Stück Normalität zurückzubringen, indem wir das Autokino sponsern. Wir fördern Sport, Kunst, Kultur, soziale Zwecke – wenn den Vereinen die Einnahmen wegbrechen, können wir nicht argumentieren, dass wir uns nicht an den Sponsoringvertrag gebunden fühlen, weil kein Mensch als Zuschauer in der Sporthalle steht. Dafür haben wir auch das Spendenportal www.wirwunder.de entwicklelt.

Das funktioniert wie?

MEUSER Gemeinsam mit der Not-Profit-Initiative betterplace.org haben wir eine Plattform entwickelt, auf der gemeinnützige Vereine gezielt um Spenden werben können. Wir hoffen, dort Vereine und Menschen, die Gutes bewirken wollen, zusammenzubringen und die Not in den Vereinen möglichst zu lindern. Ich bin sicher, mit Rücksicht auf die Nöte und Sorgen anderer und gutem Willen kommen wir alle gemeinsam da durch.