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Wülfrath: Sternsinger unterstützen Projekte iin Libanon

Sternsinger Wülfrath unterstützen Projekte im Libanon : Frieden als Schulfach im Libanon

Sternsinger der Gemeinde St. Maximin unterstützen dieses Projekt.

Der christliche Kalender verzeichnet wohlklingende Termine. Einer derjenigen, der vor allem die nächste Generation einbindet, ist der rund ums Sternsingen. Samstag, 12.Januar, wollen dazu von etwa 10 bis 12 Uhr die Kleinen der Kita St. Joseph den Markt am Diek und die Fußgängerzone besingen.

„In diesem Jahr haben wir keine persönlichen Projektpartner. Das gesammelte Geld geht in Friedensprojekte des Kindermissionswerkes. Zum Beispel in Projekte im Libanon“, wie Ulrike Platzhoff, Gemeindereferentin in St. Maximin berichtet. Eines davon ist „Frieden als Unterrichtsfach“, wie die Gemeindereferentin den sogenannten Alwan-Unterricht erläutert, in dem junge Libanesen religiöse und kulturelle Vielfalt, Frieden und Gerechtigkeit als Basis für ein gewaltfreies und friedliches Miteinander erleben. Als Pilotprojekt an fünf Schulen gestartet, soll dieses Modul landesweit den Frieden zwischen Menschen verschiedener Religionen fördern, wie Platzhoff ausführt. Dafür braucht es Geld.

Per CD wird Wissen vermittelt. „Ich bin Nancy und ich bin Christin. Ich möchte euch erklären, dass das Symbol des Christentums das Kreuz ist“, ist darauf etwa in arabischer Sprache zu hören. „Und ich heiße Rabi’a, ich bin Muslim. Das Symbol des Islam ist die Mondsichel.“ Christentum und Islam kennen die Schüler der katholischen Besançon-Schule im Beiruter Stadtteil Baabda. Aber Hinduismus, Taoismus oder Sikhismus? Davon haben sie selten gehört.

Alwan-Unterricht, zu deutsch etwa „Farben-Unterricht“, heißt das besondere Schulfach, das einmal pro Woche auf dem Stundenplan steht – und im optimalen Fall Bestandteil des libanesischen Lehrplans wird. Das ist der große Traum der Initiatoren der Adyan-Stiftung. Nachdem sie Alwan-Unterricht seit 2007 bereits erfolgreich mit Jugendlichen im ganzen Land umsetzt, wollte die Stiftung auch etwas für Jüngere anbieten. Die Altersgruppe hat sie dabei bewusst gewählt: Im Alter von neun oder zehn Jahren beginnt laut Adyan eine entscheidende Phase in der religiösen Identitätsfindung.„Die Kinder setzen sich mit ihrer Religion auseinander und haben dabei Fragen, auf die sie zuhause oft keine Antwort erhalten“, wissen die Organisatoren.

Neben Symbolen, Kleidung oder besonderen Speisevorschriften der verschiedenen Religionen lernen die Kinder eine goldene Regel: „Man soll sich anderen gegenüber so verhalten, wie man selbst behandelt werden will.“

Anhand von Arbeitsblättern, Gruppenarbeit oder Rollenspielen lernen die Kinder auch, außerdem stehen ein Kirchen- und ein Moscheebesuch auf dem Programm. Ziel ist, das Verständnis der Kinder für religiöse und kulturelle Vielfalt, für Frieden und soziale Gerechtigkeit zu wecken und so die Grundlage für ein gewaltfreies, friedliches Miteinander zu schaffen. „Das Programm öffnet die Herzen und den Geist der Kinder. Kinder lernen hier Frieden“, sagen die Initatoren über die Arbeit. Um diese Arbeit zu unterstützen, singen die Sternsinger. Übrigens: Am Samstag, 18. Januar, 11 Uhr, sind alle Mitwirkenden eingeladen zur Zaubervorstellung im Corneliushaus– als kleines Dankeschön für den großen Einsatz.